Laue Sommernächte, ganz Aarau auf der Strasse und kostenlose Livemusik, die in die Beine fährt. Das diesjährige «Musig i de Altstadt» war wie der Maienzugvorabend – nur schöner. Keine Atemnot im Gewurstel der Menschenmassen, kein kollektives Besäufnis, keine Musik ab Konserve.

«Musig i de Altstadt» 2016 war ein voller Erfolg. Das sagen die Veranstalter und das sagen vor allem die Besucher. Aber «Musig i de Altstadt» war noch viel mehr. Es hat gezeigt, dass auch das ganze Drumherum anders geht als am Maienzugvorabend. Auch wenn die Veranstalter von den vielen Besuchern überrascht wurden, ging das Wochenende laut Stadtpolizei ohne Schlägereien und ohne Lärmklagen über die Bühne. Als es am Freitagabend am Holzmarkt wegen der vielen Besucher eng und brenzlig wurde, sperrte die Stadtpolizei den Graben kurzerhand für den Individualverkehr – unbürokratisch und ohne viel Tamtam. Und am «Musig i de Altstadt» ging es vor allem ohne Sicherheitskonzepte, ohne Gerangel um Standplätze und rechtliche Zuständigkeiten, ohne Gemurre zwischen Stadt und Gastronomen, ohne Knatsch zwischen Altstadtbewohnern und Festbesuchern.

Das Organisationskomitee hat vorgeführt, dass man als Veranstalter in Aarau Erfolg haben kann. Es ist nur die Frage des Rezepts: Anlässe für Junge und Junggebliebene gewinnen an Bedeutung – und für die Stadt ist ein Event wie «Musig i de Altstadt» allerbeste Werbung. Wie hat es der begeisterte Kollege aus Baden so schön gesagt: «Genau so muss es eine kleine Stadt machen. Da können sich die Badener bei den Aarauern eine grosse Scheibe von abschneiden.» Das hören wir gern.