Die Auensteiner Ortsbürger haben am Montagabend darüber diskutiert, ob ein Vorvertrag mit den Jura Cement Fabriken (JCF) für die Ausweitung des Steinbruchs unterschrieben werden soll.

Die JCF wollen den Steinbruch im Gebiet Oberegg in westlicher Richtung um eine 1,9 Hektaren grosse Waldparzelle erweitern, die im Besitz der Ortsbürger ist. Es wurde mehrere Stunden diskutiert; am Ende entschieden die Stimmberechtigten in geheimer Abstimmung mit 79 Ja zu 29 Nein für die Erstellung des Vorvertrags.

Konkret beinhaltet dieser ein Abbaurecht für die JCF – und eine Rekultivierungspflicht. Die Parzelle verbleibt im Besitz der Ortsbürgergemeinde. Diese darf auch mitbestimmen, wie die Rekultivierung nach Ende des Materialabbaus zu erfolgen hat. Denkbar wären – neben Wald wie heute – etwa auch Fruchtfolgeflächen oder ökologische Ausgleichsflächen.

Laut Gemeindeschreiber Jürg Lanz hatten die Gegner der Vorlage die Immissionen ins Feld geführt. Solche gehen vom Steinbruchbetrieb naturgemäss aus. Der Gemeinderat habe darauf hingewiesen, dass ein neuer Vertrag mit der JCF darauf hinwirke, diese Immissionen um ein Drittel zu reduzieren und möglichst gering zu halten. «Als Hauptargument haben die Gegner aber den Eingriff in die Landschaft aufgeführt», so Lanz. «Sie sagten, dass der jetzige Abbaustand dem entspreche, den man vor Jahrzehnten im Sinne von ‹bis hierher und nicht weiter› definiert habe.»

Die Befürworter des Abbaus hätten damit argumentiert, dass auf die Rekultivierung gezielt Einfluss genommen werden könne, die Gemeinde vom Steinbruchbetrieb profitiere und dieser Stabilität in den Finanzhaushalt bringe, so der Gemeindeschreiber.

Neu erhalten beispielsweise die Ortsbürger in Auenstein – wie auch im benachbarten, ebenfalls betroffenen Veltheim – eine Entschädigung von 1.60 Franken pro abgebautem Kubikmeter Material direkt ins Ortsbürgerkässeli. Das bringt insgesamt voraussichtlich 800'000 Franken ein; zusätzlich zu den bisherigen Entschädigungen durch die JCF an die Gemeinden.

«Weitere Pro-Argumente waren die Arbeitsplätze, die Perspektive für die jüngere Generation und auch die bereits jahrzehntelange Zusammenarbeit mit den JCF.» In einem seien sich aber sowohl Gegner als auch Befürworter einig gewesen: «Dies soll die letzte Steinbrucherweiterung sein.»