Aarau
Erweiterte Berufsschule Aarau eingeweiht: Schöner kochen lernen in Aarau

Für die Architekten ist es ein Schiffbau, für die Schulleitung eine Investition ohne Schulden und für angehende Bäcker und Köche eine moderne Ausbildungsstätte: der Neubau der Berufsschule Aarau.

Thomas Röthlin
Merken
Drucken
Teilen
Rektor Ueli Meyer (l.) erhält von Architekt Niklaus Widmer einen Rettungsring für seinen neuen «Schiffbau».Fotos: Patricia Schoch

Rektor Ueli Meyer (l.) erhält von Architekt Niklaus Widmer einen Rettungsring für seinen neuen «Schiffbau».Fotos: Patricia Schoch

Die erweiterte Mensa und der Neubau für die Lebensmittelberufe der Berufsschule Aarau (BSA) ist seit drei Monaten in Betrieb. Was die geladenen Gäste am Freitagabend und das Publikum am Samstag zu sehen bekamen, war eine bereits funktionierende Anlage in der Telli.

Der Bildungs-Stadtrat der Trägergemeinde Aarau und Präsident der Baukommission, Lukas Pfisterer, erinnerte an der Einweihungsfeier daran, dass sich die berufsbedingten Emissionen von angehenden Malern und Köchen nicht vertragen. Im Februar 2011 war deshalb Spatenstich zu einem separaten Gebäude mit Schulküchen und -backstuben für den Gastro-Nachwuchs. Aktuell werden an der BSA 164 Bäcker-Konditoren-Confiseure und 177 Köche ausgebildet.

Für 20 Mio. Franken wurde das alte Nebengebäude saniert, das «Restaurant BSA» vergrössert und der BSA-Campus um einen fünften Baukörper erweitert – und dies alles, ohne Schulden zu machen, wie der Präsident des Schulvorstandes, Max Gysin, betonte. Die BSA finanzierte ihre Investitionen aus Rückstellungen und Bundes- sowie Kantonssubventionen. Das heisst, auch die Wohnortsbeiträge aus den Herkunftsgemeinden der insgesamt rund 3200 Schülerinnen und Schüler mussten nicht angehoben werden. Als Stadtammann Marcel Guignard die «moderaten» Beiträge lobte, wurde er von BSA-Rektor Ueli Meyer augenzwinkernd korrigiert, der Ansatz sei gar «absolut beneidenswert».

Während Bildungsdirektor Alex Hürzeler in seinem Grusswort des Regierungsrats dem dualen Sekundarstufe-II-Modell mit gymnasialer und Berufsbildung das Wort redete, ging es in anderen Ansprachen um die Architektur. Guignard bezeichnete den Neubau als «palazzo ducale unter den Aarauer Schulhäusern», dessen üppige Wendeltreppe «in direkter Konkurrenz zum Kunsthaus» stehe. Für den Aarauer Architekten Niklaus Widmer handelt es sich um einen Schiffbau. Die Fassade besteht aus grossen Stahlplatten. Die präparierten Fische, Prüfungsstoff für die Köche, sind in einer Art Trockenaquarium ausgestellt. Den Vorplatz überspannt ein riesiges Segel, und neben den Kräuterbeeten ist ein Teich angelegt.

Ueli Meyer dankte den Nachbarn für die Geduld während der Bauzeit. Er gab aber auch zu bedenken, jetzt breche nicht etwa die ewige Ruhe aus. Die BSA hat Landreserven gekauft für den Fall, dass sie weiterhin so stark wächst. Rektor Meyer möchte bei seiner nahenden Pensionierung einen ganzen Campus hinterlassen. Regierungsrat Hürzeler unterliess es deshalb, an diesem festlichen Abend über ein Projekt zu sprechen, das die Standorte aller Berufs- und Kantonsschulen einer Prüfung unterzieht.