Unterentfelden
Erstmals Initiative in Gemeinde eingereicht: Mütter fordern Kindertagesstätte

Die Initiantinnen haben gestern ihre Unterschriften für eine Kita in Unterentfelden eingereicht. Mit 440 Unterschriften fordern sie ein Betreuungsangebot für Primarschüler. Die Gemeinde soll sich an den Kosten beteiligen.

Bastian Heiniger
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Die Initiantinnen überreichen ihre Unterschriften an die Gemeindeschreiberin Susi Campadelli.

Die Initiantinnen überreichen ihre Unterschriften an die Gemeindeschreiberin Susi Campadelli.

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«Das hat es in meiner Amtszeit noch nie gegeben», sagt Heinz Lüscher, der Gemeindeammann von Unterentfelden. In der Gemeinde wurde gestern wohl zum ersten Mal überhaupt eine Initiative eingereicht.

Mit ihrem gebastelten Kartonschiff betraten die Mütter also Neuland. Die Fracht: 440 Unterschriften, die sie in nur vier Wochen zusammentrugen – 248 wären erforderlich gewesen. Ihr Anliegen: Ein ganztägiges Betreuungsangebot für Kinder im Primarschulalter, an dem sich die Gemeinde gemäss Initiativtext «angemessen beteiligen» soll.

Der Wunsch für eine eigene Kindertagesstätte sei gross. Davon ist Corina Zimmerli, die dreifache Mutter, nun überzeugt. Das war nicht immer so. Denn sie kämpfte schon länger für ein Betreuungsangebot, konnte jedoch als Einzelperson wenig bewirken. Eigentlich wollte sie bereits aufgeben. Doch dann kam Marion Fischer dazu, mit der sie am 26. März in der Gemeinde einen Infoabend organisierte. Mit Erfolg. Es kamen mehr Leute als erwartet. 35 Frauen halfen daraufhin beim Sammeln der Unterschriften.

Dabei stiessen sie nicht nur auf Wohlwollen. Einige Passanten meinten, dass ein solches Angebot früher auch nicht bestanden hätte, andere äusserten Bedenken, dass dann die Steuern anstiegen, sagt Zimmerli. Doch dafür hat sie ein Argument bereit: «Mit einer Kita steigt die Standortattraktivität, wodurch letztlich mehr Geld in die Gemeindekasse zurückfliesst».

Zudem gäbe es aufgrund der Doppelverdiener zusätzliche Steuereinnahmen. Dieses Argument will auch Heinz Lüscher nicht abstreiten. «Gerade für jüngere Familien würde die Gemeinde attraktiver. Aber: Bekanntlich steht es nicht sonderlich gut um die Finanzen. Deshalb zweifelt Lüscher, dass die Initiative bei den Einwohnern durchkommen wird.

Für Zimmerli aber ist klar: Zu einer modernen Gemeinde gehört eine Kita. Derzeit müssen die Kinder nach Oberentfelden. «Doch für eine Tagesbetreuung sollen sie nicht in ein anderes Dorf müssen».

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