Aarau
Erstes Ja zur «Alten Reithalle»: Befürworter sammeln schon Geld für Abstimmungskampf

An seiner letzten Sitzung in der alten Zusammensetzung hat der Aarauer Stadtrat das Kulturprojekt «Alte Reithalle» abgesegnet. Der Einwohnerrat dürfte das 21-Millionen-Projekt am 26. Februar genehmigen.

Urs Helbling
Drucken
Alte Reithalle Aarau

Alte Reithalle Aarau

Aargauer Zeitung

An seiner letzten Sitzung in der alten Zusammensetzung hat der Aarauer Stadtrat das Kulturprojekt «Alte Reithalle» abgesegnet. Der Einwohnerrat dürfte das 21-Millionen-Projekt am 26. Februar genehmigen. Die Volksabstimmung über das schweizweit einzigartige Mehrspartenhaus (Theater und Musik) soll am 10. Juni stattfinden. Die noch nicht sanierte «Alte Reithalle» hat ein äusserst erfolgreiches Jahr hinter sich: In der Sommersaison besuchten erstmals über 10 000 Personen die kulturellen Veranstaltungen. Und Ende Oktober verzeichnete die Designmesse «in&out» zusätzliche 6000 Besucher.

Schon 10'000 Franken gesammelt

Vor einem Jahr versuchte die SVP, das Projekt «Alte Reithalle» vorzeitig zu Fall zu bringen. Doch sie brachte nicht einmal die 1400 Unterschriften für das Referendum gegen einen Projektierungskredit zusammen. Das Kulturvorhaben geniesst in breiten Bevölkerungsschichten Sympathien. Doch dürfte der Abstimmungskampf im Frühling hart werden. Darum hat sich ein Verein «Freunde Alte Reithalle» gebildet. Erklärtes Ziel ist ein Ja des Aarauer Souveräns zum Umbauprojekt. Die Gruppierung will die finanziellen und personellen Ressourcen für eine Informationskampagne bereitstellen – in Kooperation mit dem Theater Tuchlaube, der Theatergemeinde und dem Fabrikpalast, die in der künftigen Trägerschaft des Hauses aufgehen werden, und Argovia Philharmonic.

«Wir haben bereits gut 100 Mitglieder», erklärt Hanspeter Thür. Auch die Geldsammlung für die Kampagne laufe gut. Innerhalb eines Monats seien bereits 10 000 der anvisierten 30 000 Franken zugesichert worden. Thür war Präsident des Vereins «Freunde Alte Reithalle», hat das Amt jetzt aber wegen seiner Wahl in den Stadtrat an die Kulturvermittlerin Käthi Perlini weitergegeben. Thür war seit acht Jahren in das Projekt involviert. Er war Projektkoordinator. Dieser Auftrag ging mit dem Stadtratsentscheid vom 18. Dezember, der Verabschiedung der noch nicht publizierten «Reithalle»-Botschaft an den Einwohnerrat, zu Ende.

Perimeter leicht erweitert

Seit Ende August war es relativ ruhig um das Projekt «Alte Reithalle». Damals ging man davon aus, dass die Umbauinvestitionen maximal 20 Millionen Franken kosten werden. Dieser Betrag ist seither leicht auf 21 Millionen Franken gestiegen. Nicht weil die Halle teurer geworden ist, sondern weil der Umbauperimeter leicht erweitert wurde. Neu wurden die Stallungen (bisher «Bar im Stall») mit einbezogen, wo eine minimale Gastronomieversorgung eingerichtet werden soll. Und die Aussenanlagen müssen angepasst, rollstuhlgängig gemacht werden.

Die «Alte Reithalle» liegt unmittelbar neben der Aarauer Kaserne. Sie stammt aus der Zeit der Kavallerie. Das Gebäude wird künftig der Stadt gehören, der Kanton gibt es für 35 Jahre im Baurecht ab. Die Halle soll in erster Linie für Theater, Tanz, Musik und Zirkus da sein. Das Argovia Philharmonic wird sich an 30 bis 50 Tagen für Konzerte und Proben einmieten. In der «Alten Reithalle» sind auch Fremdnutzungen vorgesehen, doch es soll keine Mehrzweckhalle entstehen. An die Investitionskosten von 21 Millionen Franken werden Private einen namhaften Anteil beisteuern. Bereits sind knapp 4 Millionen Franken zugesichert. Der Bau muss, das hat der private Hauptgeldgeber AKB zur Bedingung gemacht, vor Ende 2019 beginnen.

Aktuelle Nachrichten