Aarau

Erste Präsidentin des SAC tritt ab – sie zieht durchzogene Bilanz

Die Bisherige und der Neue: Vreni Köpfli und Beat Blattner. zvg

Die Bisherige und der Neue: Vreni Köpfli und Beat Blattner. zvg

Beat Blattner ist neuer Präsident der Sektion Aarau des Schweizer Alpenclub, die Vorgängerin zieht eine gemischte Bilanz. Es gab in ihrer fünfjährigen Amtszeit auch zwischenmenschliche Probleme.

Im Jahr 2009 wurde bei der Sektion Aarau des Schweizer Alpenclubs (SAC) zum ersten mal eine Frau zur Co-Präsidentin gewählt. Vreni Köpfli war damals eine von drei Präsidenten. Die letzten zwei Jahre machte sie den Job als alleinige Präsidentin zusammen mit dem Vize. Nun tritt sie nach fünf Jahren zurück und zieht eine gemischte Bilanz: «Ich hatte eine schöne Zeit, habe viel gelernt und der Kontakt zu den rund 2500 Mitgliedern hat mir sehr gefallen.»

Mühe gemacht hat ihr hingegen, wenn es zwischenmenschliche Probleme gab. «Meine Haut ist nicht genug dick und es braucht eine grosse Portion an Durchsetzungsvermögen, beides wurde mir nicht in die Wiege gelegt.» Da sei sie an Grenzen gestossen.

Den Entscheid, die erste Präsidentin zu werden bereue sie jedoch «auf keinen Fall». Vom Amt zurückzutreten, sei ihr sehr schwer gefallen, sie habe viel Herzblut hinein gesteckt. Ganz «arbeitslos» werde sie aber nicht: Vreni Köpfli übernimmt die Inserate-Aquisation der Mitgliederzeitschrift. «So kann ich weiterhin etwas beitragen zum Fortbestehen unserer 150-Jahre alten Sektion», sagt sie.

Ausserdem hätten ihr die Berge gefehlt: Wegen der intensiven Arbeit für den Verein, sei doch einiges zu kurz gekommen, und auch gerade das, was sie am liebsten macht: die Bergtouren.

Das Präsidium übernimmt nun alt Stadtrat Beat Blattner. Hat er nur darauf gewartet, jetzt da er wieder mehr Freitzeit hat? «Nein, ich hatte nicht vor, Präsident zu werden», sagt Blattner. Seine freie Zeit fülle sich jetzt schon fast automatisch auch als Schiedsrichter-Instruktor. Blattner ist zu diesem Amt genau so spontan gekommen, wie er 1996 SAC-Mitglied wurde. Sein erster offizieller Auftritt als neugewählter Stadtrat hatte er damals an der SAC-Delegiertenversammlung, die in Aarau statt fand. Da er in seiner Gruss-Botschaft sagte, er fände den Klub so gut, dass er eigentlich fast Mitglied werden müsste, boten sich gleich im Anschluss darauf der damalige Präsident Thomas Fuhrer und seine Frau als Paten an. Ein Götti war damals noch notwendig, um Mitglied werden zu können.

Nach seiner 17-Jährigen Amtszeit als Stadtrat, hatte er seinen letzten offiziellen Auftritt wiederum beim SAC an der 150-Jahr-Jubiläumsfeier. Am selben Tag wurde er angefragt, ob er das Präsidium übernehmen möchte. «Ich war grad im letzten Sommer mal wieder auf der Chelenalp in der Sektions-Hütte. Ich habe mich offenbar auf etwas vorbereitet, von dem ich noch gar nicht wusste, dass es kommt», sagt Blattner rückblickend.

Dass niemand vom Vorstand Präsident wird ist offenbar gewollt: Eine Führungsperson ohne Vorbelastung war gewünscht.

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