Aarau

Erste elektronische Preisschilder im Aargau: Wie die Migros ihre «Igelweid» aufpeppt

Filialleiterin Helena Husser im «MM» Igelweid, in dem die ersten Regale (unten) leer sind.

Filialleiterin Helena Husser im «MM» Igelweid, in dem die ersten Regale (unten) leer sind.

Die Aarauer Migros-Filiale in der Igelweid wird für den Umbau über sieben Wochen geschlossen. Das soll Kunden und Mitarbeiterinnen Stress ersparen. Im neuen Laden sind einige Änderungen vorgesehen.

Vor 93 Jahren eröffnete die Migros in Aarau eine Filiale. Es war 1927 eine der ersten ausserhalb von Zürich. 1930, also exakt vor 90 Jahren, zügelte diese von der Entfelderstrasse 6 an die Igelweid. Seither ist der «MM» mehrfach umgebaut worden. Zuletzt wurden der Take-away («Daily») und das Restaurant aufgefrischt. Ein grosser Sprung fand nach der Jahrtausendwende statt: Damals wurde die Verkaufsfläche des Supermarkts um 15 Prozent auf 2397 Quadratmeter vergrössert. Der Totalumbau und die Erweiterung kosteten fast 16 Millionen Franken. Eröffnung war im September 2001.

Totalschliessung beginnt in einer Woche

Jetzt steht wieder eine Generalüberholung an. Sie wird neun Millionen Franken kosten. Anders als vor zwanzig Jahren ist sie verbunden mit einer Totalschliessung des Ladens. Diese beginnt am kommenden Samstag, 25. Januar, um 13 Uhr und dauert siebeneinhalb Wochen. Die Kunden müssen ausweichen auf die Filialen am Bahnhof Aarau oder in den Nachbargemeinden Buchs, Entfelden, Erlinsbach oder Suhr. Was auf den ersten Blick unangenehm erscheint, ist laut der Filialleiterin Helena Husser (34) für alle Beteiligten ein Vorteil. Stossrichtung: Lieber sieben Wochen ganz zu als drei Monate teiloffen mit Bauimmissionen. «Die Erfahrungen zeigen, dass der Stresspegel sowohl für die Kunden als auch für die Migros-Angestellten und die Bauarbeiter tiefer ist.»

Coop hatte bei der Sanierung des benachbarten Coop City 2018 den anderen Weg gewählt. Anders verlief dort auch die Leerung des Supermarktes. Einen Samstag lang war das «City» dank Mega-Rabatten ein Paradies für Schnäppchenjäger. In der Migros Igelweid hat es bereits erste Lücken in den Verkaufsgestellen. Abgesehen von gewissen Frischprodukten werden die nicht mehr benötigten Waren am kommenden Samstag ausgeräumt und in andere Filialen gebracht. Einzig gewisse Frischprodukte wird es zu reduzierten Preisen geben.

Zwischenwand verschwindet und das Brot kommt zum Eingang

Die ersten Bauarbeiter sind schon da. Und mit ihnen eine grosse Bohrmaschine der Firma Ghelma (Meiringen BE), die man von Tunnelbau und Felssicherungen kennt. Das hat damit zu tun, dass eine Kellerwand für die Verbesserung der Erdbebensicherheit verstärkt werden muss. Ist der Laden einmal geschlossen, wird alles herausgerissen. So gibt es komplett neue Gestelle. Grossen Respekt hat die Bauleitung vor der Demontage der bestehenden Rolltreppe und dem Einbau des neuen Rollbandes.

«Der Laden wird offener», erklärt Helena Husser. So wird im Erdgeschoss die Wand zwischen der bestehenden Gemüse- und der Tiefkühlabteilung her­ausgerissen. Beim Sortiment gibt es keine grösseren Änderungen. Aber die Brotabteilung und Früchte/Gemüse tauschen die Plätze. Die Brotabteilung wird damit grösser. Das hat damit zu tun, dass der «MM» Igelweid besonders viele Kunden hat, die sich schnell eine Verpflegung kaufen wollen («Convenience-Food»). Es ist eine klassische Innenstadtfiliale mit einem vergleichsweise kleinen Anteil an Wocheneinkäufen – was sich auch auf den Gesamtumsatz auswirkt, der beispielsweise unter dem «MM» Entfelden liegt. Und: «Wir haben überdurchschnittlich viele Bio-affine Kunden», so Helena Husser.

«Self Scanning» kommt

Wände und Decken in der Migros Igelweid sind heute gelb. Künftig wird jede Abteilung eine eigene Farbe haben. Und, das ist eine Exklusivität: «Wir bekommen an den Regalen als erste Filiale im Aargau elektronische Preisschilder», verrät Helena Husser. Das gab es im Gebiet der Migros Aare bisher erst in wenigen Läden in den Kantonen Bern und Solothurn. Und wie ist es mit den bedienten Kassen? «Es wird sechs geben – so wie heute», sagt Husser. Neu gibt es auch die Möglichkeit des «Self Scanning». Der Kunde kann also beim Posten sofort mittels eines Gerätes seine Artikel scannen und diesen dann direkt in die persönliche Einkaufstasche legen.

Die 59 Angestellten beziehen Ferien und arbeiten anderswo

Die Migros Igelweid hat 59 Angestellte (viele davon in Teilzeit). Helena Husser ist seit November Filialleiterin. Vorher hatte sie die gleiche Funktion im Migros Wildegg. Jeder Mitarbeiter muss während der Umbauphase zwei Wochen Ferien beziehen. Den Rest der Zeit arbeitet er in einer anderen Filiale der Region. «Zehn der 59 Angestellten nutzen den Umbau für eine längere Auszeit», erklärt Husser, die selber drei Wochen Ferien beziehen wird. «Alle 59 kommen zurück.»

Eine Woche vor der Wiedereröffnung am Donnerstag, 19. März, beginnt das Einräumen. Helena Husser betont: «Die Angestellten freuen sich mega auf den Umbau: Wir können es kaum erwarten.» Von der Vollschliessung nicht betroffen sind der Take-away und das Restaurant.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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