Tötungsdelikt

Erschossenes Ehepaar in Küttigen: «Das waren zwei so nette Leute»

Tötungsdrama in Küttigen

Tötungsdrama in Küttigen

In Küttigen ist ein Ehepaar tot aufgefunden worden. Der 85-jährige Mann hat seine 77-jährige Ehefrau erschossen. Das Paar, das ein Leben lang zusammen war, war laut Nachbarn unzertrennlich.

Der 85-jährige ehemalige Architekt und seine Frau sah man selten alleine ausser Haus. Was die beiden taten, das taten sie gemeinsam. «Wir haben sie immer zusammen gesehen», sagt eine Nachbarin zur «az». So gingen die beiden zusammen immer wieder ins Restaurant Kreuz in Küttigen zum Mittagessen.

Am Wochenende nun das Drama: Am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr fand ein Angehöriger das Paar tot in der Alterswohnung in Küttigen, in der das Paar seit ein paar Jahren lebte. Beide lagen leblos im Wohnzimmer. Der 85-jährige Mann, ein ehemals bekannter Architekt, hat nach bisherigen Ermittlungen zuerst seine Ehefrau und anschliessend sich selbst mit einer Pistole erschossen.

«Etwas war komisch»

Kreuzwirt Enes Handanovic kann es nicht glauben. «Das waren zwei so nette Leute», sagt er zur «az». Der Mann habe viel geredet, die Frau etwas weniger. «Er hat immer eine halbe Portion bestellt, sie eine ganze», sagt Handanovic. Der Mann habe gesagt, dass er gesundheitliche Probleme hätte, weswegen er nur eine halbe Portion wollte.

Das Küttiger Drama

Das Küttiger Drama

Das letzte Mal waren die beiden am letzten Freitag im Kreuz. Es war allerdings nicht wie immer. Beide haben eine halbe Portion bestellt. «Irgendetwas war komisch», sagt Handanovic. Er könne nicht sagen, was es genau war. Einen depressiven Eindruck hätten die beiden aber nicht gemacht. Sie waren auch leutselig. Sie assen öfters mit einem Bekannten zusammen.

Schwer krank?

Unklar ist, wann das Paar aus dem Leben geschieden ist. Die Polizei schliesst aus, dass der Sonntag der Tattag war. Die Schüsse müssen zwischen Freitagnachmittag und Samstagabend gefallen sein. Der genaue Todeszeitpunkt wird nun in einer Obduktion ermittelt. Die Leichen sind dazu dem Institut für Rechtsmedizin in Bern (IRM) übergeben worden. Eine Einwirkung von Drittpersonen schliesst die Polizei derzeit aus.

Nach Informationen von «az» könnte es sich beim Tod um eine Art Verzweiflungstat wegen fortschreitender Krankheiten handeln. Die Polizei will sich dazu nicht äussern. (rsn)

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