Wer sein Velo am Aarauer Bahnhof vor der Aargauer Kantonalbank stehen hat, muss sich sputen. Heute um Mitternacht werden die Abstellplätze aufgehoben. Dies, weil jetzt die Bauarbeiten für den Bahnhof-Neubau abgeschlossen werden. Damit erlischt die Pflicht des Bauherrn, öffentliche Veloabstellplätze bereitzustellen.

Mit dieser Aufhebung wird der Mangel rund um den Bahnhof noch grösser; eine Ersatzlösung bis zur Realisierung des Veloparkings «Ring am Bahnhof» konnte bislang trotz Bemühungen nicht gefunden werden. Ein Ärgernis für die Velofahrer, das weiss auch die Stadt – und springt deshalb in die Bresche. Wie sie gestern mitgeteilt hat, bietet sie auf der stadteigenen Parzelle auf dem Bahnhofplatz (zwischen Lift und hinterem Eingang zum Bahnhofgebäude) ab sofort zwischen 100 und 150 provisorische Abstellplätze an. Dies bis 2020, bis das Projekt «Ring am Bahnhof» umgesetzt wird; ein auf dem östlichen Bahnhofplatz über die Abfahrtsrampen platzierter Veloparkplatz mit rund 240 Plätzen.

Ursprünglich sollte dieses Projekt schon ab 2019 realisiert werden. Weil es aber Teil des Agglomerationsprogramms Aareland, 3. Generation, ist, darf mit dem Bau nicht vor 2020 begonnen werden. Nur so zahlt der Bund einen Teil der Kosten.

Stadt will strenger entsorgen

Dass mit den 150 Abstellplätzen die Nachfrage nicht gedeckt werden kann, ist den Verantwortlichen bei der Stadt bewusst. Warum stellt sie nicht einfach mehr Bügel auf? «Die Stadt verfügt nur über beschränkte Landflächen im Bereich Bahnhof Nord», sagt Stadtbaumeister Jan Hlavica. Ausserdem dürften die Abstellplätze den Busverkehr nicht einschränken. «Wie bereits in den vergangenen Monaten und Jahren werden wir weiter Gespräche mit privaten Grundeigentümern, darunter auch die SBB, führen, um der Nachfrage Herr zu werden.» Weiter prüfe man, an welchen Orten einstöckige Parkierungsanlagen in zweistöckige umgewandelt werden könnten.

Ausserdem will die Stadt künftig härter durchgreifen und «Velo-Leichen», welche die Plätze über Wochen und Monate blockieren, strenger entsorgen. «Bereits heute räumen wir alle zwei Monate zwischen 80 und 100 Velos weg», sagt Hlavica. (ksc)