FC Aarau

Ernst Lämmli: «Wir hatten fürs Stadion in Schafisheim schon alles abgeklärt»

Halb in den Boden eingelassen, halb darüber: Modell des einst geplanten Stadions in Schafisheim. Lämmli Architektur

Halb in den Boden eingelassen, halb darüber: Modell des einst geplanten Stadions in Schafisheim. Lämmli Architektur

In Aarau wartet man sehnsüchtig auf den Baustart des Fussballstadions – Ernst Lämmli erlebte dies schon vor 15 Jahren. Damals war ein Stadion-Bau in Schafisheim schon fixundfertig geplant.

Entrée eines Mehrfamilienhauses in Holziken. Das Erste, was man im Treppenhaus erblickt, ist ein riesiges Bild. Zwei Buben mit Fussball unter dem Arm stehen vor einem Mann, der in einer Gedankenblase ein Stadion sieht. Es ist Ernst Lämmli. Das Stadion wurde nie realisiert.

Herr Lämmli, man hat schon lange nichts gehört von Ihnen. Wie geht es Ihnen?

Ernst Lämmli: Es geht wieder einigermassen. Am 2. Dezember letzten Jahres bin ich auf dem Weg zum Tram ausgerutscht und habe mir eine Schädelbasisfraktur und eine Hirnblutung zugezogen. Ich war lange im Spital, in der Reha – richtig ausser Gefecht. Ich wusste zuerst nicht einmal mehr, wie man den Computer anlässt.

Das tönt schlimm. Jetzt machen Sie aber schon wieder einen aufgestellten Eindruck.

Ich mache wieder E-Banking. Aber mit dem Autofahren muss ich vorläufig noch zuwarten.

Wir warten auch – aufs Fussballstadion. Und wollten inzwischen den Initianten des letzten Projektes besuchen.

«Vision 2002» nannten wir das geplante Stadion in der Kiesgrube Schafisheim. 20 000 Zuschauer hätte es fassen sollen, auf 30 Millionen Franken waren die Kosten berechnet. 250 000 Franken hatten wir bereits in die Planung investiert. Am Ende waren alle Bewilligungen da, auch vom Grossen Rat, auch diese Hürde hatten wir geschafft, der Siedlungsgürtel hätte umgezont werden können. Nur das Einkaufszentrum wurde nicht bewilligt, dafür bestand die Möglichkeit, ein Casino oder eine Physiotherapie-Praxis zu integrieren.

Ist das Stadion nicht an den Finanzen gescheitert?

Die waren schon knapp, aber gescheitert ist das Projekt am Widerstand von ein paar wenigen im Verein. 2001 gaben wir auf.

Das Projekt war weit fortgeschritten, das Modell fixfertig.

Nicht nur das. Wir hatten mit den Busbetrieben Aarau gesprochen, sie hätten eine Linie zum Stadion eingerichtet und zudem hätten auch die SBB eine Haltestelle auf der Höhe Coop in Schafisheim machen können. Wir hatten alles abgeklärt. Parkplätze wären auch kein Problem gewesen, das Bauland günstig. Die Voraussetzungen in Schafisheim waren ideal.

Was war mit dem Standort Brügglifeld?

Das Brügglifeld ist das Brügglifeld. Ein Stadion mit Atmosphäre. Der Platz hätte eigentlich gereicht. Aber Anfang der 90er-Jahre ist dort bereits die Überdachung der Stehplätze abgelehnt worden. Das ist schade. Als im Aarauer Schachen die Schiessanlage geschlossen wurde, legten wir der Stadt ein neues Projekt vor. Aber man wollte dort kein Stadion, man empfahl, ausserhalb zu suchen.

Jetzt soll es doch mitten in der Stadt stehen.

Ja. Bezüglich Sicherheit wird das also schwierig.

Sind Sie noch immer frustriert?

Nur enttäuscht. Es ist schade, dass es nicht funktioniert hat. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr darüber sprechen. Es war ein Ärgernis, aber es ist vorbei. Einer hatte gesagt: «Jetzt zeigen wir euch, wie man ein Stadion baut.» Sie haben es uns bis jetzt nicht gezeigt.

Wer war das?

Das sage ich nicht. Damals dachte ich, das nächste Projekt sei in drei, vier Jahren realisiert.

Glauben Sie ans neue Stadion?

Ich gehe davon aus, dass es kommt. Aber wahnsinnig sicher bin ich nicht.

Werden Sie die Matches dort schauen gehen, wenn es dann steht?

Ja, sicher! Ich denke, dass das Stadion-Projekt den heutigen Anforderungen entspricht. Ich bin auch zufrieden mit dem jetzigen Vorstand, da gibt es keine Animositäten.

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