Aarau Rohr
Erneuter Protest gegen die Überbauung des Rohrer Hinterfelds

Die Rohrer Bevölkerung drückt der Schuh beim Naturschutz und im Hinterfeld. Das wurde klar bei einer Aussprache mit der Stadt.

Ueli Wild
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Nach dem Willen der Stadt soll die Wiese Hinterfeld überbaut werden.

Nach dem Willen der Stadt soll die Wiese Hinterfeld überbaut werden.

Sabine Kuster

Die Stadt Aarau revidiert ihre allgemeine Nutzungsplanung. Bis Ende September läuft die öffentliche Mitwirkung zu den Planungsinstrumenten. An fünf Veranstaltungen in verschiedenen Stadtteilen finden Aussprachen mit der Bevölkerung statt. Der Aufmarsch beim Auftakt im Stäpflischulhaus in Rohr war bescheiden. Aus den Reihen der knapp 20 Personen – fast ausnahmslos Mitglieder der IG Hinterfeld – wurde deswegen Kritik laut: Die Werbung für die Veranstaltung sei unzureichend gewesen.

Widerstand gegen Hochhäuser

Die Anwesenden drückte der Schuh erwartungsgemäss vor allem im Hinterfeld. Die bereits bestehende Überbauung in diesem Gebiet sei eigentlich auch eine Gartenstadt, hiess es. Wenn dieses angrenzende Gebiet in die gleiche Zone eingeteilt werde wie die geplante Überbauung Hinterfeld, wo Hochhäuser bis zu einer Höhe von 44 Metern zulässig sein sollen, würden die bisherigen, höchstens zweigeschossigen Gebäude an der Grenze zur neuen Zone völlig eingekesselt. Dann könnten ja in der bisherigen Überbauung ältere Gebäude rückgebaut und durch höhere Neubauten ersetzt werden.

Stadtrat Lukas Pfisterer versuchte die Wogen zu glätten: Man müsse natürlich darauf achten, dass die Übergänge stimmen würden. Und es sei zu diskutieren, ob man nicht auch im Stadtteil Rohr eine Zone Gartenstadt schaffen wolle. Zur umstrittenen Überbauung des Hinterfelds sagte Pfisterer: «Wenn wir nicht diese Wiese überbauen, geschieht dies irgendwo im Grünen.» Man wolle ja nicht neues Land einzonen, sondern nutzen, was man an Bauland noch habe. Und das Hinterfeld sei seit Jahrzehnten eingezont und bestens erschlossen.

Naturschutz weiter möglich

Von Naturschutzseite wurde gefordert, dass die bisherige Naturschutzzone wieder als eine von vier Grundnutzungen in den Plan aufgenommen werde. Der frühere Schutz müsste eigentlich weiterhin möglich sein, meinte Kurt Schneider, Leiter Stadtentwicklung. Es sei sicher nicht darum gegangen, Naturschutzgebiete abzuwerten. «Wenn etwas fehlt, muss es nachgetragen werden.» Gewähr dafür bestehe schon deshalb, weil der Kanton– zugleich Besitzer eines grossen Teils des betroffenen Gebiets – Vorprüfungsinstanz sei. Er gehe davon aus, so Schneider, dass von Naturschutzseite entsprechende Eingaben gemacht würden.

«Wir wollten auf keinen Fall den Schutz runterfahren», betonte auch Stadtrat Pfisterer. «Wenn wir das Ziel mit unseren Mitteln nicht erreicht haben, muss man das Ganze noch einmal anschauen.»

Die nächste Veranstaltung zur räumlichen Entwicklung der Stadt findet am 5. September, 10 Uhr im Schulhaus Schachen statt. Die Mitwirkung dauert bis zum 30. September. Der Fragebogen dazu kann unter www.aarau.ch/revision_nutzungsplanung heruntergeladen werden.