Zwischen Aarau und Suhr
Erneuerter Gleisabschnitt: Beim Verschweissen sprühten die Funken

Ab Montag rollen die Züge zwischen Aarau und Unterentfelden wieder normal. Die Passagiere hätten sich auf die Unannehmlichkeiten eingestellt, negative Rückmeldungen habe man keine bekommen.

Andrea Marthaler
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Um den WBS-Abschnitt zu erneuern, verwenden die Gleisarbeiter über 2000 Grad heisses Eisen.

Um den WBS-Abschnitt zu erneuern, verwenden die Gleisarbeiter über 2000 Grad heisses Eisen.

Chris Iseli

Ein kleiner Vulkan schiesst aus dem Trichter, den die Gleisarbeiter über den Schienen montiert haben. Kurz darauf fliesst flüssiges, über 2000 Grad heisses Eisen in den Zwischenraum zweier Schienen.

Der erneuerte Gleisabschnitt beim WSB-Tunnel zwischen Aarau und Unterentfelden wird dieses Wochenende verschweisst. Damit entsteht ein sogenanntes «lückenloses Gleis», bei dem zwischen den Schienen kein Abstand bleibt.

Dies sei heute Standard im Schweizer Schienennetz, sagt der Projektverantwortliche Thomas Steffen. Die Züge fahren dadurch ruhiger, verursachen weniger Lärm und der Komfort sowie die Sicherheit werden erhöht. Technisch sei dies hingegen etwas komplizierter, weil sich der Stahl der Schienen je nach Temperatur ausdehnt oder zusammenzieht. «Diese Kräfte müssen neutralisiert werden», erläutert Steffen.

«Keine negativen Rückmeldungen» von Passagieren

Erneuert wurde seit Ostern ein Streckenabschnitt von 350 Metern, wobei die Arbeiten jeweils nur an den Wochenenden durchgeführt wurden. Während der Bauphase verkehrten auf dem Abschnitt Ersatzbusse. «Die Anschlüsse konnten dadurch nicht garantiert werden», sagt Mediensprecher Erwin Rosenast.

Die Passagiere seien jedoch informiert worden und hätten sich darauf eingestellt, indem sie einen Zug früher nahmen. «Wir haben keine negativen Rückmeldungen erhalten.» Ab Montagmorgen fahren die Züge wieder fahrplanmässig.

Dafür arbeiten die Gleisarbeiter dieses Wochenende durchgehend. Vor dem Verschweissen wird die Lücke mit dem Schneidbrenner vorbereitet, werden die Schienen gerichtet und eine Gussform um den Gleiszwischenraum gelegt. Das eigentliche Schweissgut sei eine Mischung aus Eisenoxid und Aluminium. «Die genaue Mischung ist aber ein Geheimrezept der Herstellerfirma», erklärt Thomas Steffen.

Mit einem Zündstab wird das Gemisch entzündet, wobei eine chemische Reaktion entsteht. Die Funken sprühen, das Eisen verflüssigt sich und fliesst in den Hohlraum. Nachdem das Metall sich abgekühlt hat, muss es nur noch abgeschliffen werden – damit die Züge in Zukunft ruhig darüberrollen können.