Erlinsbach (SO)

Erlinsbach will Sonnenstrom vom Kirchendach

Blick aus der Ferne auf das Süd-Dach der Kirche Niedererlinsbach

Blick aus der Ferne auf das Süd-Dach der Kirche Niedererlinsbach

Römisch-katholische Kirchgemeinde fällt Grundsatzentscheid für eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendacht. Der Kirchgemeinderat darf nun 5000 Franken für das Vorprojekt einsetzen.

Auf der römisch-katholischen Nikolauskirche in Niedererlinsbach soll die erste Solaranlage auf einem Kirchendach im Kanton Solothurn entstehen. Dafür hat sich am Montag die von 22 Stimmberechtigten besuchte Kirchgemeindeversammlung mit 16 gegen 5 Stimmen ausgesprochen.

Der Kirchgemeinderat darf nun 5000 Franken für das Vorprojekt einsetzen. Kirchgemeindepräsident Ernst Fiechter hofft, dass er schon vor der «Rechnungsgmeind» im nächsten Sommer, an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung zu diesem Thema im Frühjahr 2013, den Baukredit vorlegen kann.

Ortsbildschutz als Hindernis?

Das grösste Fragezeichen auf dem Weg zum Sonnenstrom vom Kirchendach ist aber die Baubewilligung. Denn die Kirche St. Nikolaus ist unbestritten ein zentraler Teil des Ortskerns von Niedererlinsbach. Und dieser ist, zusammen mit dem Ensemble Schönenwerd-Niedergösgen, eines von zwei durch den Bund geschützten Ortsbildern von nationaler Bedeutung zwischen Olten und Aarau.

Aus Sicht von Ortsbildschutz und Denkmalpflege sei das Vorhaben «problematisch», teilte Markus Schmid vom kantonalen Amt für Raumplanung denn auch dem Kirchgemeinderat auf eine Voranfrage hin mit. Entschieden wird allerdings erst, wenn ein Baugesuch vorliegt (vgl. separaten Text).

Etwas tun für die Energiewende

«Ich bin ein Fan von Sonnenenergie», bekannte Präsident Ernst Fiechter an der Versammlung. Es gehe darum, wie man etwas für die erneuerbaren Energien tun könne.

Was für die Kirche Niedererlinsbach vorgesehen ist, zeigte den Anwesenden Otto Bachmann, Geschäftsführer der Firma Zetter Solar AG in Solothurn. 330 Solarmodule würden auf der nach Süden ausgerichteten Seite des Kirchendachs montiert, das eine Neigung von 30 Grad aufweist.

Diese Fläche beträgt 42 mal 10 Meter. Mit Hochleistungsmodulen bestückt, könnte sie eine Leistung von 76 kWp und einen Ertrag von 75800 kWh pro Jahr erzielen. Das entspreche 7500 Litern Öl. Die Nettoinvestition für die Kirchgemeinde bezifferte Bachmann auf 280000 Franken. Erhält die Anlage im vierten Jahr den heutigen Satz der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), ist sie nach 16 Jahren amortisiert und wirft danach Gewinn ab.

Für Fiechter und Bachmann ist klar, dass auf dem Kirchdach aus optischen Gründen nur eine dachintegrierte Anlage (Indach-Anlage) in Frage käme. Dabei werden die Ziegel entfernt, Wasser und Schnee werden durch die Solarmodule abgeleitet.

Nach der Diskussion zu technischen, finanziellen und ästhetischen Fragen fiel mit 16:5 Stimmen ein klarer Grundsatzentscheid. Der Kirchgemeinderat hat nun den Auftrag, alle notwendigen Abklärungen zu treffen, ein Baugesuch einzureichen und der Kirchgemeindeversammlung den Baukredit vorzulegen.

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