Alles begann mit einem Nein. Im September 2005 lehnten die Aarauer ein Darlehen in der Höhe von 25 Millionen Franken an die MittellandArena ab (siehe Box ganz unten). Und zwar deutlich: mit 3831 Nein zu 2824 Ja – bei einer hohen Stimmbeteiligung von 63 Prozent.

«Das ist die bitterste Niederlage des FCA», erklärte der damalige Vereinspräsident Michael Hunziker. Im Abstimmungskampf hatte er erklärt: «Ja oder Nein zur MittellandArena heisst ja auch Ja oder Nein zum FC Aarau. Ohne neues Stadion wird es den Verein in dieser Form nicht mehr geben. Nach der Saison 2006/07 ist Schluss.»

Drei Tage später berichtete die AZ: «Soll die Stadt Aarau die gesamten Kosten für ein neues Stadion im Torfeld Süd übernehmen? SVP-Einwohnerrat Philipp M. Bonorand ist dieser Ansicht und lanciert eine Motion ‹MittellandArena ohne Einkaufszentrum›.» Philipp Bonorand ist heute designierter Präsident des FCA.

Das erste Ja gabs im Oktober 2007

Anderthalb Jahre lang evaluierte der Stadtrat, wie es weitergehen könnte. Unter anderem mit einer Bevölkerungsbefragung. Im Frühling 2007 beantragte er dem Einwohnerrat einen Planungskredit (Raumplanung) von 1,7 Millionen Franken für ein Stadion im Torfeld Süd. Das Einkaufszentrum sollte deutlich kleiner werden. Der «Plan A» war geboren.

Der Einwohnerrat stimmte dem Kredit mit 36 gegen 10 Stimmen zu. Dagegen kam mit 1350 Unterschriften das Referendum zustande. Noch vor dem Urnengang versuchte Stephan Müller die «Obermatte» mittels einer Volksmotion wieder ins Spiel zu bringen.

Der Urnengang im Oktober 2007 war eine klare Sache: Mit 4363 Ja zu 2185 Nein (Stimmbeteiligung 63 %) genehmigte der Souverän die 1,6 Millionen Franken.

Das zweite Ja gabs im Februar 2008

Nicht einmal ein halbes Jahr später wurden die Aarauer schon wieder wegen des Fussballstadions an die Urne gerufen: Im Februar 2008 ging es um einen Kredit von 17 Millionen Franken, mit dem sich die Einwohnergemeinde am Bau des Fussballstadions beteiligen wollte. Über diesen Kredit werden die Stimmbürger am 24. November wieder zu befinden haben. Das Bundesgericht hatte – nach einer Stimmrechtsbeschwerde – die Wiederholung verlangt, weil das Stadion mit Hochhäusern («Plan B») nicht mehr das Stadion mit Einkaufszentrum ist.

Im Februar 2008 haben die Aarauer den 17 Millionen Franken mit 3747 zu 1928 Stimmen (Beteiligung nur noch 53,7 %) zugestimmt.

Das dritte Ja gabs im Juni 2010

Ende 2009 waren die Planungsarbeiten für die Spezialzone Torfeld Süd derart weit vorangekommen, dass der Einwohnerrat darüber befinden konnte: Er stimmt 35 Ja zu 2 Nein zu (bei 9 Enthaltungen). Doch wieder wurde das Referendum ergriffen, das problemlos zustande kam.

Es gab eine Schlappe für die Stadion-Gegner: Die Aarauer genehmigten die Spezialzone im Juni 2010 mit 4029 zu 1771 Stimmen (Beteiligung 43,9 %). Damit war auch der Weg frei für die Überbauung des Aeschbachareals.

Und jetzt? Am 24. November wird es neben dem 17-Mio-Kredit um die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd» gehen.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions in Bildern: