Aarau

Ergebniskonferenz: Lärmige Partyszene soll anderswohin

Die Konferenzteilnehmer arbeiten in Gruppen an den Entwicklungszielen für eine lebendige Altstadt. Chris Iseli

Die Konferenzteilnehmer arbeiten in Gruppen an den Entwicklungszielen für eine lebendige Altstadt. Chris Iseli

Die Ergebniskonferenz zeigt auf, wie sich die Aarauer Altstadt entwickeln soll. Die lärmintensive Club- und Partyszene soll nach Möglichkeit alternative Standorte erhalten.

Mit der Neugestaltung der Altstadtgassen wurde das Parkett gelegt, auf dem getanzt werden kann. Die im Mai letzten Jahres einberufene Entwicklungskonferenz sollte Vorgaben treffen, welche Tänze und nach welchem Takt künftig getanzt werden soll. «Braucht es einen Zeremonienmeister, damit nicht alles aus dem Takt gerät?», fragte Stadtammann Marcel Guignard, als er die rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner an der Ergebniskonferenz am Dienstagabend im Kongress- und Kulturzentrum begrüsste. Noch einmal beschäftigten sich diese intensiv mit den Problemen, die in der Altstadt virulent sind. Zu welcher Musik wird also in der Altstadt getanzt? Die Ergebniskonferenz fährt auf die Musik ab, die der Stadtrat mit dem Szenario 3 (siehe Box) beschreibt.

Nicht ganz ohne Lärm

Das heisst: Die lärmintensive Club- und Partyszene soll nach Möglichkeit alternative Standorte erhalten. Der Stadtrat hat gegenüber der Konferenz deutlich gemacht, dass er bei der Bewilligung von Lokalen auf deren Wohnverträglichkeit achten will. Das heisst nicht, dass künftig der Nachtlärm völlig aus der Altstadt verschwinden soll. Vielmehr geht es der Entwicklungskonferenz um eine ausgewogene Balance der Nutzungen. Der Stadtrat wiederum stellt sich vor, dass die Akteure in der Altstadt eine gemeinsame Strategie verfolgen, für die eine Übereinkunft besteht. Kooperation ist angesagt.

Einiges in die Wege geleitet

Der Lärm in der Nacht, die Clubs und Bars sorgten und sorgen bei den Bewohnern dauerhaft für rote Köpfe. Auch der Busbetrieb durch die Altstadt (seit Dezember fährt der Bus nachts nicht mehr durch die Rathausgasse), die Nutzung des Färberplatzes (Markthalle), Lärm und Littering waren Problemfelder, die den Konferenzteilnehmern bereits vor einem Jahr unter den Nägeln brannten. Es habe sich in der Zwischenzeit einiges getan, betonte Ulrich Stieger, Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung, und erläuterte die vom Stadtrat eingeleiteten oder vorgesehenen Massnahmen.

Grundsatzfrage beantwortet

Der Ergebniskonferenz wurde nochmals die Grundsatzfrage gestellt: Welche Altstadt wollt ihr? Drei Szenarien wurden in wechselnden Gruppen diskutiert und gewichtet. Die Stossrichtung ist eindeutig: Die Konferenzteilnehmer wollen eine lebendige Stadt, die ein ausbalanciertes Nebeneinander der Nutzungen zulässt, Nutzungen, die wohnverträglich sind.

Eindeutige Rückmeldung der Konferenz: Der Lead ist bei der Stadtbehörde, oder umgekehrt: Die Stadtbehörde soll und muss das Heft in die Hand nehmen. Das bedeutet auch, dass die vorhandenen Reglemente durchgesetzt werden und die Eigentümer und Investoren klare und gesicherte Vorgaben über die Entwicklung der Altstadt haben.

Gefordert wird auch, dass der Stadtrat (und die Akteure in der Altstadt) die Entwicklungsziele nicht aus den Augen verlieren. Es sollen die nötigen Instrumente geschaffen werden, um das Nebeneinander von Gastronomie, Detailhandel, Wohnen und Kultur zu ermöglichen und durchzusetzen.

Die Konferenzteilnehmer gewichteten ihre Forderungen mit roten Punkten. Am meisten Punkte ergab der Wunsch nach Alternativstandorten für die Clubs ausserhalb der Altstadt. Stark priorisiert wurde aber auch die Forderung nach mehr Toleranz, und zwar von allen Seiten.

«Es gibt kein Laisser-faire in der Altstadt», versprach Marcel Guignard, bevor er mit dem Wunsch für «eine ruhige Nacht» die Versammlung schloss.

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