Strassenverkehrsamt

Er versteht Mundart und missverständliche Fragen: In «Schafisheim» telefoniert ein Roboter

«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt Sprenger.

«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt Sprenger.

Das Strassenverkehrsamt zeigt nächste Woche während der «Digital Week» Innovationen. Schon Bald wird ein Sprachroboter das Telefon abnehmen. Er ist fertig und ab Ende November offiziell aufgeschaltet.

Seit vier Jahren ist die Schweizer IT-Branche darum bemüht, mit dem jährlichen Informatiktag die sonst so abstrakte Branche für die breite Öffentlichkeit fass- und erlebbar zu machen. Aarau macht nun gleich eine Woche («Digital Week») daraus. Es gibt ab Dienstag in Aarau, Lenzburg und am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (Gränichen) zwölf Anlässe (siehe Box). Mit dabei ist auch das Strassenverkehrsamt. Martin Sprenger, Leiter Fachservices und Personal, wird der Öffentlichkeit im Grossratsgebäude die aktuellen Projekte des Amts vorstellen.

«Wir freuen uns auf die Verschiebung von Fahrzeugzulassungen auf unsere Online-Plattform, dann werden viele Behördengänge nicht mehr nötig sein», sagt er. Aber das wohl ambitionierteste Projekt ist die Schaffung eines digitalen Lebenslaufs für Fahrzeuge mit allen wichtigen Partnern aus der Welt der Autos. Dank Blockchain-Technologie soll sie fälschungssicher sein. «Eine solche Datenbank würde zum Beispiel dafür sorgen, dass Daten nur einmal erfasst werden», erklärt Sprenger. «Dadurch steigt die Datenqualität, denn bei jedem Neuerfassen der Daten können Fehler passieren. Das ist aktuell ein Problem im Geschäftsverkehr.» Bei solchen Projekten ist der Datenschutz ein grosses Thema. «Dass der Datenschutz garantiert ist, stellen wir mit Hilfe zwei renommierter Rechtsanwältinnen sicher», so Sprenger.

Mit einem Telefon-Roboter die Mitarbeiter entlasten

Schon fertig und ab Ende November offiziell aufgeschaltet ist der neue Sprachroboter, der bald das Telefon des Strassenverkehrsamts abnehmen wird. «Im Wesentlichen werden uns am Telefon die immer gleichen dreissig Fragen gestellt. Vieles davon kann auch ein Roboter erledigen», erklärt er. Das Strassenverkehrsamt erhofft sich von den Neuerungen eine Entlastung der Mitarbeitenden und eine schnellere Bedienung der Kunden: «Dafür können wir freie Ressourcen für die weitere Kundenbetreuung schaffen.» Und der Robo ist gut, sehr gut sogar. Er versteht Mundart, gebrochenes Deutsch, missverständlich gestellte Fragen.

Aargauer Strassenverkehrsamt auf gutem Weg

Befürchtet die Belegschaft da keinen Stellenabbau? «Das habe ich bis jetzt nicht festgestellt. Es gibt jedes Jahr mehr Fahrzeuge, die Arbeit wird uns also nicht ausgehen. Dennoch muss man dieses Thema im Auge behalten», so Sprenger.

Im schweizweiten Vergleich sieht er das Aargauer Strassenverkehrsamt auf gutem Weg. Auch dank Kooperationen mit KMU. Sein Know-how in Sachen Sprachroboter teilt das Amt etwa mit einem Unternehmen, das einen Chatroboter entwickelt hat. «So können wir vom jeweils anderen profitieren und Ressourcen sparend neue Angebote entwickeln», sagt Sprenger. KMU, die Interesse an einem möglichen Austausch haben, seien jederzeit willkommen, anzurufen.

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