Erlinsbach
Er schwimmt 32 Kilometer übers Meer für einen guten Zweck

Der Langstreckenschwimmer Jürg Ammann aus Erlinsbach will zugunsten der Krebsliga Aargau den 16 Grad kühlen Ärmelkanal durchschwimmen. Nur das Wetter könnte ihm noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Noemi Lea Landolt
Drucken
Teilen
Wenn das Wetter hält, schwimmt Jürg Ammann aus Erlinsbach am 30. Juli los.

Wenn das Wetter hält, schwimmt Jürg Ammann aus Erlinsbach am 30. Juli los.

Zur Verfügung gestellt

Jürg Ammann, Langstreckenschwimmer aus Erlinsbach, will es wissen: Seit Monaten trainiert er für die Durchquerung des Ärmelkanals. Die Strecke zwischen Calais in Frankreich und Dover in England ist gut 32 Kilometer lang. «Ich fühle mich bereit», sagt der Schwimmer.

Trainiert hat Ammann vor allem im Hallwilersee, in der Badi in Suhr und im hauseigenen Pool. In letzterem hat er eine Strömung, wie er sie im Ärmelkanal antreffen wird, mit Hilfe eines Gummikabels simuliert.

Badehose statt Neoprenanzug

Die Ärmelkanal-Überquerung ist ein Langzeitprojekt von Ammann. Lange habe er es offen gelassen, ob er die 32 Kilometer mit oder ohne Neoprenanzug schwimmen wird.

Bei der momentanen Wassertemperatur im Ärmelkanal von etwa 16 Grad Celsius, wäre ein wärmender Stoff durchaus angebracht. Zumal auch die Luft nur wenig wärmer ist.

Aber Ammann verzichtet trotz kaltem Wasser auf das «Hilfsmittel» Neopren: «Ich werde neben Badekappe, Brille und Ohrstöpseln nur eine Badehose tragen.» So müsse er zwar mehr kämpfen, erlebe aber alles «viel intensiver». «Mit Neopren-Anzug wäre es weniger herausfordernd», so der Erlinsbacher.

Strömung, Wind und Wellen

Am Sonntag, 26. Juli reist Ammann mit seinem Team von Erlinsbach nach Calais. Einen Tag später geht es nach Dover auf den Campingplatz.

Am 30. Juli beginnt das Zeitfenster für die Überquerung. Es dauert bis am 7. August. Wenn die Wetterbedingungen stimmen, wird der Erlinsbacher von der «Channel Swimming Association» in England grünes Licht bekommen und sein Abenteuer kann losgehen.

«Nur noch das Wetter könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen», sagt Ammann. Sind Wind, Wellen und Oberflächenströmung zu stark, kann er die 32 Kilometer nicht in Angriff nehmen.

«Ich muss nur schwimmen»

Ein dreiköpfiges Team begleitet Ammann während der Überquerung: Remo Tenti wird Ammann nach Plan mit Essen und Getränken versorgen. Roberta Bernet kommuniziert mit dem Englisch sprechenden Piloten, gibt die Infos an Tenti weiter, der schliesslich Ammann informiert. Und Kameramann Ralf Reichle filmt die Ärmelkanalüberquerung.

«Ich muss nur schwimmen», sagt Ammann. Es sei wichtig, dass er den Kopf während der Überquerung frei habe. Er wird deshalb während des Schwimmens auch mit niemandem ausser mit Tenti in Kontakt stehen.

Ein emotionaler Moment

Auf www.swisslakeproject.ch kann man das Team im Live-Tracking mitverfolgen. «Ich rechne damit, dass ich die 32 Kilometer in zehn bis zwölf Stunden schaffe», sagt Ammann.

Sollte er an der Küste Frankreichs ankommen, werde ihn das emotional nicht kalt lassen. «Wahrscheinlich werde ich Wasserfälle weinen, die den Pegel des Kanals steigen lassen», so Ammann.

Alles für einen guten Zweck

Der Erlinsbacher stellt sich der Herausforderung aber nicht nur für sich selbst, sondern sammelt gleichzeitig für einen guten Zweck: Das Geld erhalten krebsbetroffene Familien mit Kindern, die von der Krebsliga Aargau beraten und unterstützt werden.

Ammann zählt zudem auf die Unterstützung von möglichst vielen Schwimmerinnen und Schwimmern. In der Badi Suhr können sie vom 30. Juli bis 8. August täglich ihre Bahnen schwimmen und sich so an der Aktion beteiligen. Mit einer Minimalspende von 10 Franken erhalten sie ihre Starterlaubnis und ein Starterpäckli mit Sommergadgets.

Wenn alles nach Plan läuft, wird Ammann am 8. August in der Badi Suhr persönlich von seinem Erlebnis im Ärmelkanal berichten.

Aktuelle Nachrichten