Aarau

Er macht alte Radios iPhone-tauglich

Benjamin Pfeuti aus Aarau baut alte Radiogeräte um und macht sie iPhone-tauglich. Alles begann mit einem alten Radiogerät, dass seiner Freundin lediglich als Dekoration diente.

«Warum verwendet man diese alten Geräte nicht», dachte sich Benjamin Pfeuti. Seit einem halben Jahr baut der junge Aarauer alte Radios um, damit sie mit modernen, digitalen Abspielgeräten wie iPhones verbunden werden können.

«Beim ersten Modell konnte man das iPhone mit einem Audiokabel mit dem Radiogerät verbinden», erzählt er. Heute setzt er auf eine sogenannte Dockingstation. Dabei wird das iPhone direkt auf dem Radiogerät angedockt. Beim Abspielen wird das iPhone gleichzeitig aufgeladen.

Quer durch die Radiogeschichte

In Benjamin Pfeutis Sammlung umgebauter Radios befinden sich inzwischen mehrere Geräte verschiedener Epochen. Alte Weltempfänger aus den 40er-Jahren etwa oder Radio-, Kassetten- und Aufnahmegeräte aus den 80ern. «Ich gehe quer durch die Radiogeschichte, angefangen bei den alten Röhrenradios», sagt er. «Früher wurden die Radios so gebaut, dass sie ein Leben lang halten. Diese Geräte sind fast unzerstörbar und die Tonqualität ist super.» Der Stereosound aus den iPhones wird in den alten Geräten nicht mono wiedergegeben. Beide Tonkanäle werden aber über einen Lautsprecher gespielt. Die Musik aus den alten Radios tönt warm und geschmeidig.

Benjamin Pfeuti baut alte Radios um und macht sie iPhone-tauglich

Benjamin Pfeuti bei der Arbeit

Unter dem Namen «Sonus Radio» hat er einzelne Geräte bereits verkauft, etwa an Kollegen oder über den Laden «Kaufhaus zum Glück» in Aarau. «Ich habe nicht wegen dem Geld damit begonnen. Es macht einfach grossen Spass.» Vorerst wolle er schauen, wie sich das Geschäft entwickelt. «Mich fasziniert es, so nahe bei der Wertschöpfung zu sein. In meinem Job im Büro bin ich normalerweise weit weg davon.»

Ein Technikfreak sei er nicht. «Ich bin ja ein Bürogummi», sagt Benjamin Pfeuti. Sein Vater habe ihm beim Umbauen der ersten Radios geholfen. Inzwischen beherrscht er das Handwerk selber: Die Dockingstation wird im Radio drin an die Stromzufuhr angeschlossen. Ein Tonabnehmerkabel verbindet diese mit dem Verstärker. Schwierig sei es, die kleine Öffnung im Gehäuse der Radios aufzuschneiden - ohne dass etwas kaputt geht - und die Dockingstation dort elegant zu befestigen. Die nötigen Einzelteile beschafft er sich übers Internet, ebenso die alten Radios.

iPhone 5 zwingt ihn, umzudenken

Benjamin Pfeuti hat die alten Radios mit Dockingstations für die bisherigen iPhone-Modelle umgebaut. Das neue iPhone 5, das vor zwei Wochen in der Schweiz herausgekommen ist, bereitet ihm zurzeit noch Kopfschmerzen. «Der Stecker des neuen iPhones ist um einiges schmäler als derjenige seines Vorgängermodells», sagt er. Noch könne er nicht abschätzen, ob der neue, schmale Stecker stabil genug sein wird. «Vielleicht werde ich einen Unterständer basteln müssen, auf dem das neue iPhone aufgestellt werden kann.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1