Aarauer Stadtoriginal

«Er ist in Aarau wie die Freiheitsstatue in New York»

Hans Fischer marschiert durch die Aarauer Gassen und geniesst die Beachtung der Leute.

Das Aarauer Stadtoriginal

Hans Fischer marschiert durch die Aarauer Gassen und geniesst die Beachtung der Leute.

Auf das az-Porträt zum Aarauer Stadtoriginal Hans Fischer haben sich zahlreiche, vor allem junge Leser mit Kommentaren geäussert – meist positiv. Einige, die sich durch sein Auftreten verunsichert fühlten, zeigen sich auch erleichtert.

Das az-Porträt zum Aarauer Stadtoriginal Hans Fischer schlägt hohe Wellen. Auf Facebook erreichte das Porträt bis am Mittwochmorgen mehr als 180'000 Personen! Zum Vergleich: In Aarau leben rund 20'400 Menschen.

Dass Leute, die äusserlich nicht der Norm entsprechen, manchmal als irritierend, zuweilen sogar als bedrohlich empfunden werden, das zeigen einige der vielen und meist positiven Reaktionen auf das az-Porträt des Aarauer Stadtoriginals Hans Fischer auf der Facebook-Seite der az.

Dieser trägt nämlich seit Jahren in der Öffentlichkeit sein Hemd vorne mit einem Ausschnitt und entblösst so Bauchnabel, etwas Bauch und viel Brust.

Regelmässig spaziert er so durch die Aarauer Altstadt. Aber auch andernorts, etwa in Muri, seinem Arbeitsort, schauen ihm die Menschen nach. Und manche fragten sich: Wer ist dieser Mann? Wieso läuft er so herum? Muss man sich etwa vor ihm hüten? 

Habt ihr diesem Mann auch schon mal nachgeschaut auf den Aarauer Strassen? Wir haben ihn zu einem Gespräch getroffen.

Posted by az Aargauer Zeitung on Montag, 20. April 2015

Hans Fischer polarisiert auf Facebook

Etwa jener von Ivana Rokic: «Jeder kennt ihn vom Sehen. Nur habe ich nie gewusst, ob er eine Arbeit hat oder nicht», weil man ihn so oft und auch tagsüber in Aarau sehe.

Irgendwie sei er ihr immer komisch rübergekommen, wenn er ihr entgegen kam. Erleichtert resümiert sie: «Wenigstens weiss ich jetzt über ihn Bescheid.» Sie hat nun erfahren, wie er heisst, dass er im Aarauer Quartier Hammer wohnt, von Beruf Grafiker und verheiratet ist. 

Nascha Benisowitsch etwa hatte sogar Angst vor ihm, wie sie zugibt. Vor einigen Jahren habe sich Hans Fischer einmal im Bus neben sie gesetzt. «Ich habe fast angefangen zu brüelen, weil ich Angst hatte.»

«Urteile nie über das Äussere eines Menschen»

Auch Regina Karich schreibt, dass Hans Fischer ihr anfangs unheimlich gewesen sei. Bis er ihr einmal nachrief, weil sie etwas verloren hatte. Sie kamen ins Gespräch. Ihr Fazit: «Er ist sehr freundlich.»

Ähnlich erging es Sandy Weber. Hans Fischer sehe zwar unheimlich aus, meint sie. Aber er sei «ganz ein Lieber und Netter und immer hilfsbereit». Ihre Schlussfolgerung: «Urteile nie über das Äussere eines Menschen.»

Cristiana Zaugg freut sich über das Porträt, denn in Aarau gebe es keinen freundlicheren Mann. «Er grüsst immer und hat stets ein Lächeln parat!» Das bestätigt Elisabet Arslanyan: «Ich finde ihn sehr nett. Er ist immer gut gelaunt und fröhlich.»

Manche würden Hans Fischer sogar vermissen, wenn er die Aarauer Altstadtgassen plötzlich nicht mehr mit seiner Anwesenheit beehren würde. «Er gehört einfach zu Aarau», hält Dardan Arifaj fest.

«Er gehört in Aarau zum Inventar!», geht Manuela Meier sogar einen Schritt weiter. Und Anna Magdalena Räber findet es schön, dass «es so ein Aarauer Stadtoriginal noch gibt». 

Sabine Meier-Müller reagiert gar euphorisch, hält Hans Fischer für «Kult» und meint: «Auf jeden Fall ist er nicht mehr wegzudenken in den Gassen von Aarau.» Andere stellen Hans Fischer sogar auf einen Sockel. Roberto Mannala hält ihn für «das Aarauer Wahrzeichen! Eigentlich müsste man eine Hans-Statue auf dem Marktplatz hinstellen.»

In ein ähnliches Horn bläst Luca Bini mit seinem Statement: «Er ist in Aarau wie die Freiheitsstatue in New York.» Gerade dieser Satz dürfte Hans Fischer besonders freuen. Die Statue gilt als Symbol der Freiheit. Die wiederum ist Hans Fischer wichtig. Wie sagte er doch im Porträt? «Ich finde, man darf individuell sein.» (pz)

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