Richard wurde nach Vroni und Markus als drittes Kind von Hans und Lina Nöthiger-Rey am 25. Juli 1940 in Aarau geboren. Kurz danach bezog die Familie ihr neues Haus im Goldernquartier in Aarau. Dort verbrachte er seine Kindheit und besuchte die Primar-, Bezirks- und Kantonsschule in Aarau. Er war Mitglied bei der Pfadi Adler, wo er seine Liebe zur Natur ausleben konnte. In der Kanti spielte er bei den Handballern als Stürmer mit. Dabei knüpfte er ein grosses Beziehungsnetz in Aarau, das ihn bis zu seinem Tod trug.

Das Theologiestudium absolvierte Richard in Zürich, Berlin und Göttingen. Seine erste Pfarrstelle nahm er 1968 in Tegerfelden an. In jener Zeit lernte er Christine Strahm kennen, mit der er sich im Sommer 1976 vermählte. Im Herbst 1977 kam die Tochter Eva-Maria zur Welt. Ein Jahr später zog die Pfarrfamilie in die Lenk im Simmental, wo im Frühling 1981 die zweite Tochter Julia Christina geboren wurde. Noch im gleichen Jahr zog die vierköpfige Familie nach Aarau ins Pfarrhaus im Scheibenschachen. Beim nächsten Wechsel im Aarauer Pfarrteam bezog Richard mit seiner Familie das Pfarrhaus an der Augustin-Keller-Strasse und war damit wieder im Quartier seiner Kindheit und Jugendzeit zuständig. Dort wirkte er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2005.

Grosse Freude an Musik

Als Pfarrer legte er seinen Schwerpunkt auf das Gestalten von Feiern. So hat er zum Beispiel die Ostermorgenfeier in der Stadtkirche eingeführt. Auch für die Taizé-Feiern schlug sein Herz und er hat mehrere Reisen nach Taizé mitorganisiert und begleitet. Das Junisingen in Oltingen organisierte er lange Zeit jedes Jahr mit grosser Freude. Auch für neue Gottesdienstformen wie die Thomasmesse war er sehr offen. Daneben war ihm der persönliche Kontakt mit den Menschen in seinem Quartier wichtig. Im Altersheim Herosé hat er eine Besucherinnengruppe gegründet und betreut. Daneben war ihm der persönliche Kontakt zu Taufeltern und Konfirmandeneltern sehr wichtig.

Unter uns Pfarrkollegen hat er nicht viel über seine Tätigkeiten gesprochen. Er lebte nach dem Wort aus 1. Samuel 16, 7: Der Mensch sieht auf den äussern Schein, Gott aber sieht auf das Herz. Sein Herz liess er sehr gern im Gesang und in der Musik sprechen. Viele Jahre sang er in der Kantorei der Stadtkirche und später im Stadtsängerverein. Daneben besuchte er zusammen mit Christine und Freunden auch gern Konzerte. 

25 Viertausender bestiegen

Mehr beiläufig hat er manchmal von seinen Reisen mit Frau und Familie erzählt. Bergsteigen hat ihn seit der Kindheit begleitet: Als Zehnjähriger bestieg er das Allalinhorn als ersten Viertausender und im Verlauf der Zeit kamen 24 weitere Viertausender dazu. Auf vielen Trekkingtouren in allen Kontinenten der Welt lebte er mit seiner Frau die Liebe zur Natur und zum einfachen Leben aus. Im Rotary Club Aarau und im SAC hat er viele Kontakte geknüpft, die ihn bis zuletzt getragen haben.

Im Jahre 2012 zeigten sich erste Anzeichen der Parkinsonkrankheit. Dieses heimtückische Leiden nahm seinen Verlauf, engte seinen Lebenskreis immer mehr ein und verdunkelte seine Lebensperspektiven immer rascher. Am 21. Januar übergab er sein Leben dem Schöpfer, aus dessen Hand er es vor 79 Jahren empfangen hatte.