Schönenwerd
Eppenbergtunnel: Wegen der Bohrarbeiten im Untergrund bilden sich in den Häusern darüber Risse

Die SBB bestätigen für zwei Häuser 20 Meter über dem Tunnel Risse, die auf Setzungen hindeuten. Aber wie wurde vor Baubeginn der Zustand der Liegenschaften beurteilt?

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Tunnelbohrung löst in Häusern Risse aus. (Symbolbild)

Tunnelbohrung löst in Häusern Risse aus. (Symbolbild)

Susanne Hörth

«Plötzlich war im ganzen Haus ein Brummen zu hören und das Geschirr im Küchenschrank hat geklappert.» So beschreibt eine an der Holzstrasse wohnhafte Schönenwerderin ihre Erfahrung mit dem Bau des Eppenbergtunnels. Unter ihrer Garage wird dereinst der Tunnel verlaufen. Vor ungefähr zwei Wochen war die Tunnelbohrmaschine an diesem Punkt angelangt, rund 1,7 Kilometer vom Tunnelportal in der Wöschnau entfernt. «An unserem Haus gibt es keine Schäden», sagt sie.

Weniger Glück hatte ihre Nachbarin, deren Haus beschädigt wurde. Die Oberkante der Bohrmaschine verlief rund 20 Meter unterhalb der Kellerunterkante. Gegenüber der Zeitung will die Frau keine Stellung nehmen.

Die SBB bestätigen, bis anhin seien in diesem Bereich der Baustelle zwei Schadensmeldungen von Hauseigentümern eingegangen. Gemeldet worden seien Risse, die auf Setzungen hindeuten. Aufgrund dieser Meldungen fand eine erneute Begehung statt. «Da in diesem Bereich nicht mit Setzungen, sondern eher mit Erschütterungen zu rechnen war, wurden nun neben den durchgeführten Erschütterungsmessungen auch Massnahmen zur Kontrolle von eventuellen Setzungen eingeleitet», teilt SBB-Sprecherin Masha Foursova mit.

Kontrollmessgerät überwacht Senkung

Um die Setzungen im Untergrund zu überwachen, wurde jetzt bei fünf Häusern im westlichen Bereich der Holzstrasse ein Präzisionsnivellement eingerichtet. Dieses liefert wöchentlich Ergebnisse, ob und wie viel sich der Boden gesenkt hat.

«Nachdem sich die Setzungen stabilisiert haben, wird durch ein unabhängiges Büro eine zweite Zustandsaufnahme gemacht. Erst danach können Sanierungs- und Entschädigungskonzepte ausgearbeitet und mit den Eigentümern besprochen werden», lässt sich die SBB-Medienstelle zitieren.

Messungen seit Baubeginn

Die Frage stellt sich: Wie wurde vor Baubeginn der Zustand der Liegenschaften beurteilt? Dazu eine der Anwohnerinnen: «Nach einer Besichtigung der Häuser wurde eine Dokumentation erstellt, die dann die betroffenen Eigentümer unterschreiben mussten.» Für die erwarteten Erschütterungen waren in diesem Bereich seit Beginn der Bauarbeiten Messungen durchgeführt worden.

Mittlerweile hat sich die Tunnelbohrmaschine rund 150 Meter von der Holzstrasse Richtung Westen vorgearbeitet und befindet unter einem freien Feld. Bis Mitte August steht sie still und wird auf den Nassbetrieb umgerüstet, der für das Lockergestein im Gretzenbacher Untergrund nötig ist. Auch dort haben die SBB an den betroffenen Liegenschaften Überwachungsmassnahmen geplant, die mit den Eigentümern an einer Informationsveranstaltung abgesprochen würden, wie die SBB mitteilt.

Mitarbeit: cva

Globi baut den Eppenbergtunnel:

Globi baut den Eppenbergtunnel
5 Bilder
Globi ist bekannterweise ein Freund des Bahnfahrens und deshalb das perfekte Maskottchen für die SBB.
Im Malbuch hilft Kultpapagei Globi den Arbeitern beim Eppenbergtunnelbau.
Auch Rätsel zum Thema wollen gelöst werden.
Anders als Kinder unter 12 Jahren darf Globi am Tag des offenen Eppenbergtunnels auch das Innere des Tunnels besichtigen.

Globi baut den Eppenbergtunnel

Katja Schlegel