Entwicklungsleitbild
Ungewöhnliche Post für 3000 Aarauerinnen und Aarauer

Die Stadt will die Bevölkerung beim neuen Entwicklungsleitbild mitreden lassen. Dafür werden 3000 ausgeloste Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen, 26 von ihnen sollen dann in der Partizipationsgruppe mitarbeiten. Damit geht die Stadt neue Wege.

Katja Schlegel
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Die Stadt will ein neues Entwicklungsleitbild erarbeiten - mitsamt Stimmen aus der Bevölkerung.

Die Stadt will ein neues Entwicklungsleitbild erarbeiten - mitsamt Stimmen aus der Bevölkerung.

Severin Bigler / CH Media

Als Aarau 2011 letztmals ein Entwicklungsleitbild erarbeitet hat, hatte beispielsweise die «Region» besondere Priorität. Seit dem Aus für den «Zukunftsraum» haben sich diese Prioritäten verschoben. Aarau braucht ein neues Leitbild, diesmal mit dem Horizont 2034. Was auf den ersten Blick unspektakulär klingt, birgt aber eine kleine Überraschung: Erarbeiten sollen die neue Strategie nämlich nicht nur der Stadtrat, der Einwohnerrat und die Verwaltung, sondern auch eine Gruppe von Aarauerinnen und Aarauer. Ein Vorgehen, wie man es bisher in der Schweiz kaum kennt.

Neue Köpfe und Ideen finden

«Wir möchten, dass sich auch die Bevölkerung aktiv einbringen kann, wenn es darum geht, wie sich die Stadt bis 2034 entwickeln soll», sagt Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker auf Anfrage. Dazu werden in diesen Tagen 3000 Einwohnerinnen und Einwohner Post bekommen, mit der Einladung, sich am Prozess zu beteiligen. Diese 3000 Personen wurden von der Einwohnerkontrolle nach demografischen Kriterien ausgewählt, unabhängig von Nationalität oder Hintergrund, um neue Köpfe und Ideen zu finden. Hilfiker: «Wir möchten auf diese Weise auch Aarauerinnen und Aarauer erreichen, die sich sonst nicht aktiv politisch engagieren.»

Aus der Mitte der Eingeladenen, die sich für den Prozess interessieren, werden schliesslich 26 Personen ausgelost. «Die Partizipationsgruppe wird anschliessend an zwei Workshops gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates, des Einwohnerrates sowie der städtischen Kommissionen und der Stadtverwaltung die Inhalte der Strategie Aarau 2034 ausarbeiten», so die Mitteilung der Stadt. Begleitet und moderiert wird der Prozess vom Zentrum für Demokratie, kurz ZDA, und dem Beratungsbüro Ernst Basler Partner.

Mit grossen Überraschungen oder gänzlich neuen Erkenntnissen aus den Reihen der Einwohnerinnen und Einwohnern rechnet Hilfiker nicht. «Die Ziele werden nicht fundamental anders sein, aber durch den Einbezug der Bevölkerung werden andere Akzente gesetzt, die Wünsche und Ideen werden breiter abgeholt. Das ist uns wichtig.»