Aarau
Entwarnung für die Rennbahn-Tribüne: Ihr Zustand ist deutlich besser als angenommen

Die Tribüne im Reiterstadion im Schachen soll eine «Restnutzungsdauer» von rund zwanzig Jahren haben. 2017 wurde noch ein Ersatz-Bau oder die Erneuerung der Dachplatte für notwendig befunden.

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Die alte Tribüne auf der schönsten Rennbahn der Schweiz darf noch bleiben – eine neue Tribüne würde zwischen 4,5 und 7 Millionen Franken kosten.

Die alte Tribüne auf der schönsten Rennbahn der Schweiz darf noch bleiben – eine neue Tribüne würde zwischen 4,5 und 7 Millionen Franken kosten.

roland jaus

Die Tribüne im Reiterstadion im Schachen ist doch kein Sanierungsfall. Eine vertiefte Expertise hat ergeben, dass die «Restnutzungsdauer» noch rund zwanzig Jahre beträgt, ein Neubau oder eine Sanierung drängen sich deshalb im Moment nicht auf.

Noch vor Jahresfrist wurde die 1947 erstellte und 1996 modernisierte Beton-Konstruktion an der Generalversammlung des Aargauischen Rennvereins (ARV) als «sanierungsbedürftig» taxiert. Eine erste Studie ging von einem Ersatz-Neubau oder mindestens von einer Erneuerung der Dachplatte aus, mit einem Investitionsvolumen zwischen 4,5 und 7 Millionen Franken.

Eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von Ehrenpräsident Beat Ries nahm unmittelbar nach der Generalversammlung 2017 ihre Arbeit auf. Dank der Finanzierung durch den Turf Club Aarau konnte der Firma Rothpletz, Lienhard + Cie. AG ein Auftrag für eine umfassende Expertise des baulichen Zustands der Tribüne erteilt werden. Diese bezeichnet den Zustand nun «deutlich besser als bisher angenommen», erklärte der Architekt Andreas Marti ein Jahr später.

Die Fachleute gehen von einer Dauer der Tragsicherheit und damit von einer weiteren Nutzung im Umfang von mindestens zwanzig Jahren aus. Die Arbeitsgruppe stellt deshalb zuhanden des Vorstandes des Aargauischen Rennvereins den Antrag, sowohl auf einen Neubau als auch auf eine umfassende Sanierung zu verzichten.

Sie schlägt aber «die Durchführung von regelmässigen Kontrollmessungen» und die Erstellung eines Programms für den Unterhalt vor, das vor allem Massnahmen für die Sicherheit (Betonabplatzungen, Geländer) enthalten soll. Ziel, so Andreas Marti, sei es, «den Unterhalt bis Ende der Baurechtsdauer im Jahre 2047 sicherzustellen». Einen Beschluss hatten die 81 anwesenden Mitglieder des Rennvereins an der Generalversammlung allerdings noch nicht zu fassen.

«Finanziell gesund unterwegs»

Natürlich macht man sich beim Rennverein auch ganz allgemein Gedanken über die Zukunft des Pferdesportes in Aarau. Andreas Marti rechnete vor, dass die Zahl der klassierten Pferde auf Schweizer Bahnen in den letzten Jahren in allen Sparten (Flach, Jagd, Hürden, Cross und Trab) drastisch zurückgegangen ist.

Das Reiterstadion im Schachen zeigt eine flachere Kurve und konnte den Status praktisch halten. Und im letzten Jahr kamen laut ARV-Präsident Bruno Vogel total 25 500 Zuschauer in den Schachen.

Die Generalversammlung durfte aus dem Mund von Charly Säuberli erfahren, dass der ARV «finanziell gesund unterwegs ist» und dank dem Einsatz von Geschäftsführerin und Sponsorchefin Béatrice Kovacs auch 2018 an den Renntagen vom 13. und 27. Mai sowie am 26. August und 9. September das volle Programm anbieten kann. (HR)