Aarau
Enttäuschter Pfisterer: «Ich selbst habe mich nie zu Prognose hinreissen lassen»

Ein enttäuschter Lukas Pfisterer will sich nach der Nicht-Wahl zum Aarauer Stadtpräsidenten keine Gründe angeben, wieso er verloren hat. Er sagt nach seiner klaren Niederlage gegen Jolanda Urech nur: «Das ist Demokratie.»

Katja Schlegel
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Der unterlegene Lukas Pfisterer (FDP).

Der unterlegene Lukas Pfisterer (FDP).

Mathias Marx

Die Idee war eine andere. Lukas Pfisterer hätte am Sonntagabend als frisch gewählter Stadtpräsident und Stadtrat in den Gasthof zum Schützen im Aarauer Schachen einmarschieren sollen. Sein Schwiegervater hat sich dafür extra einen Schlips umgebunden. Jetzt kommt Lukas Pfisterer als Stadtrat, als sehr gut gewählter Stadtrat. Familie, Freunde und Parteikollegen freuen sich darüber, gratulieren herzlich, klopfen ihm auf die Schultern, prosten ihm zu. Offensichtlich traurig scheint niemand zu sein; etwas zerknirscht vielleicht, enttäuscht ganz sicher. «Das ist Demokratie», sagt Lukas Pfisterer. «Das ist Demokratie», sagt FDP-Präsident Rainer Lüscher. «Das ist Demokratie», sagen die Gäste. Und zucken mit den Schultern.

Keine Mutmassungen zum Grund

«Selbstverständlich bin ich enttäuscht. Ich habe mich um das Amt beworben, um es zu bekommen», sagt Pfisterer. Aber er nimmt es sportlich, wirkt gefasst. Eben haben er und Lüscher Jolanda Urech gratuliert und einen Blumenstrauss vorbeigebracht. Zum Kopf-an-Kopf-Rennen, das viele vorausgesagt hatten und den nun recht deutlichen 600 Stimmen Vorsprung von Urech sagt er: «Ich selbst habe mich nie zu einer Prognose hinreissen lassen.»

Einen Grund für den Vorsprung will er nicht suchen. «Das hat jeder Wähler für sich selber entschieden, Gründe zu nennen wären blosse Mutmassungen.» Lüscher meint, die Stadtbevölkerung habe wohl einen Wechsel gewollt und deshalb Jolanda Urech gewählt. Genauer analysieren wolle man das in den kommenden Tagen. Der Trost für die FDP: die Zusammensetzung des Stadtrats. «Wir haben gewonnen, weil wir zwei Stadträte reingebracht haben», sagt Lüscher.

Pfisterer fällt mit dem Entscheid im ersten Wahlgang auch eine Last ab. Der Wahlkampf war eine gute, lehrreiche Zeit, der ihm viel Freude gemacht habe. Aber es war auch harte Arbeit für sein Team und ihn. «Ich habe die Stadt noch einmal besser kennen gelernt», sagt er. Von den Gesprächen, die er in den letzten Wochen und Monaten mit Aarauerinnen und Aarauern geführt hat, nehme er viel mit, wolle einiges in seine Arbeit als Stadtrat einfliessen lassen. «Ich freue mich darauf.»

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