Schlossrued / Schmiedrued

Entstanden wegen eines Vulkanausbruchs - Ruedertaler Gemeinden feiern 200-jährige Existenz

Regierungsrat Urs Hofmann schenkt Marliese Loosli, Gemeindeammann Schmiedrued, und Martin Goldenberger, Gemeindeammann Schlossrued, eine Wappenscheibe.

Regierungsrat Urs Hofmann schenkt Marliese Loosli, Gemeindeammann Schmiedrued, und Martin Goldenberger, Gemeindeammann Schlossrued, eine Wappenscheibe.

Die zwei Gemeinden Schlossrued und Schmiedrued feiern ihr 200-jähriges Bestehen. Regierungsrat Urs Hoffmann ermuntert die Ruedertaler die Ruder in die Hand zu nehmen und auch in Zukunft die beiden Gemeinden mit Zuversicht zu steuern.

Während die Welt über die Folgen des Brexit spekuliert, feiern die beiden Ruedertaler Gemeinden ihre 200-jährige Existenz.

Und das Tal hat einen prominenten Fan: Regierungsrat Urs Hofmann. «Walde Piste gut», erinnert sich der Aarauer an Mittwochnachmittage in seiner Jugendzeit, als man im Ruedertal noch Ski fahren konnte. Sportlich betätigt hat er sich auch letztes Jahr im Tal: am Jassturnier des Frauenvereins Schmiedrued.

Das habe freilich so lange gedauert, dass das letzte Postauto bereits weg war. Gemeindeammann Marliese Loosli habe ihn nach Aarau gefahren. Der Regierungsrat schmunzelt und meint: «Das ist mir als Regierungsrat noch nirgends passiert.»

Das «Jahr ohne Sommer» als Entstehungsjahr

Urs Hofmann wies auf die Probleme der Bevölkerung im 19. Jahrhundert hin. Das Entstehungsjahr der beiden Gemeinden, 1816, ist als «Jahr ohne Sommer» bezeichnet worden: Wegen eines Vulkanausbruchs 1815 auf den Philippinen habe es so viel geregnet, dass Hallwiler- und Baldeggersee zusammengewachsen sind; die Kartoffeln verfaulten.

Bei an Hunger gestorbenen Menschen habe man Stroh und Gras im Magen gefunden. Die damals acht Ortsbürgergemeinden, die für die Armenunterstützung zuständig waren, mussten sich verschulden. Sie wurden 1861 zusammengelegt.

«Ruedertaler sind keine Jammeri»

«Jammeri» seien die Ruedertaler beileibe nicht, vielmehr ein «aufgestelltes, selbstbewusstes Volk». Hofmann ermunterte die Ruedertaler, die Ruder – sie sind Teil der Gemeindewappen – in die Hand zu nehmen und die beiden Gemeinden auch weiterhin mit viel Zuversicht und Weitsicht in die Zukunft zu steuern.

Einen Ausblick in die Zukunft wagte Martin Goldenberger, Schlossrueder Ammann. Wird Aarau in 200 Jahren bis Schöftland reichen, Sursee bis Schlierbach? Und dazwischen das Biosphärenreservat Ruedertal, an dessen Grenze ein Schild warne: Bitte nicht füttern – Ureinwohner!

Talgeschichte erscheint 2017

Die beiden Historiker Markus Widmer-Dean und Rolf Bolliger arbeiten derzeit an einer ausführlichen Talgeschichte, die im Herbst 2017 herauskommen wird. Widmer-Dean gab einen Vorgeschmack, indem er unter anderem auf die Rolle der Familie May, vor Napoleon Herrin über das Tal, zu reden kam.

So habe die Familie vom Schloss damals in der Not Getreide und Lebensmittel im Wert von 2000 alten Franken abgegeben. Am Fest musste – den Landfrauen sei Dank - glücklicherweise niemand Hunger leiden.

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