«Wir befürchteten gar, das Stadion würde noch vor der Verbindungsspange Buchs Nord fertig», sagte Gemeindeammann Urs Affolter. Buchs, seine Gemeinde, wäre arg unter die Räder gekommen. Obwohl auch die Bauarbeiten an dieser wichtigen neuen West-Ost-Verbindung durch Baubeschwerden aufgehalten worden waren, ist man im Terminplan, wie Projektleiter Markus Kissling versicherte. Die neue Strasse wird nicht nur den Kreuzplatz sowie die Ausweichachsen in Buchs und in der Telli entlasten, sondern auch die Entwicklungsgebiete der Stadt im Torfeld erschliessen. Unter Zeitdruck war man nicht wegen des Stadions geraten, sondern wegen den SBB, die zwei Durchfahrtsgeleise erstellen. Nur schon aus Kostengründen war es wichtig, die Bauarbeiten aufeinander abzustimmen.

Bau- und Projektleiter führten gestern Morgen Vertreter von Gemeinden und Kanton über die Baustelle. Es war gleichsam der nachgeholte Spatenstich. Und so waren es nicht ein Dutzend Schaufeln, sondern mindestens so viele Helme und Sicherheitswesten, mit denen sich Regierungsrat Stephan Attiger, Stadtpräsidentin Jolanda Urech, Gemeindeammann Urs Affolter und Gefolgschaft ausrüsteten.

Die Zahlen, die David Probst, Projektleiter der Kunstbauten, ihnen lieferte, waren eindrücklich: 115 Meter lang und bis zu
8,5 Meter hoch ist die Stützmauer zwischen den SBB-Geleisen und der künftigen Strasse, ganze 45 Meter länger sogar die Stützmauer gegenüber entlang der Lagerhäuser. Zwischen den mächtigen Mauern senkt sich die künftige Strasse hinunter zur Neubuchserstrasse, wo ein Kreisel die Autos kanalisieren wird.

Die Bedeutung der Strasse machte Regierungsrat Attiger deutlich. Gemäss kantonalem Verkehrsmodell werden nämlich täglich 10 000 Fahrzeuge die Strasse befahren. Am Gotthard, wo gerade die zweite Röhre für hitzige Debatten sorgt, waren es im Jahr 2013 «nur» gegen 18 000 pro Tag. Strassenbauprojekte hätten es in der Regel schwer, sagte Stadtpräsidentin Urech. Die neue Ost-West-Verbindung sei, zusammen mit Verkehrsmanagement, Parkleitsystem und Parkierungsangebot, ein wichtiger Bestandteil des Verkehrskonzepts der Stadt.

Einen Tag vor Baubeginn hatte die Stadt am 18. Mai dieses Jahres 3,3 Millionen Franken an das Bauwerk beschlossen. Ein Interessensbeitrag an die Kantonsstrasse, die total 11,3 Millionen Franken kosten wird. «Eine gute Investition», sagte Urech. 2,9 Millionen ist übrigens der dekretsgemässe Beitrag der Gemeinde Buchs.

Die Verbindungsspange wird voraussichtlich im November 2015 dem Verkehr übergeben. Die Industriestrasse soll gemäss Projektleiter Markus Kissling bis Oktober 2015, die Industriestrasse im August 2016 fertig sein. Und dann könnte das Stadion in Betrieb gehen, ohne dass sich Gemeindeammann Urs Affolter deswegen speziell Sorgen machen müsste.