Aarau

Enkel soll Grossmutter schon einmal attackiert haben – Mutter warnte Arzt vor ihm

Ein Enkel soll seine Grossmutter in Aarau getötet haben. Nun kritisiert die Mutter des Hauptverdächtigen: Sie habe den Arzt vor ihrem Sohn gewarnt, doch dieser hörte nicht auf sie. Der 27-Jährige war vor der Tat 10 Tage in der Psychiatrie.

Der 27-jährige Enkel, der seine Grossmutter letzte Woche in Aarau getötet haben soll, habe seine Grossmutter Ende November schon einmal attackiert. Danach wird der IV-Bezüger für zehn Tage in die Psychiatrische Klinik Königsfelden in Windisch eingewiesen. "Mir war nicht mehr wohl. Ich hatte Angst um meine Mutter und mich", sagt die Mutter des Hauptverdächtigen in der jüngsten Ausgabe des "Blick". Ihr Sohn hätte zwei Gesichter: "Sein böses zeigt sich, wenn er seine Tabletten nicht nimmt."

Doch statt länger in der Psychiatrie zu bleiben, kommt ihr Sohn Anfang Dezember bereits wieder raus, obwohl er seit Jahren an Schizophrenie leidet. Die Mutter warnt den zuständigen Arzt allerdings vor ihrem Sohn. "Ich habe dem Arzt am Telefon gesagt, dass ich Angst habe, dass bald etwas Schlimmes passieren könnte", sagt sie gegenüber "Blick". Doch der Arzt hielt es anscheinend für unnötig, ihn länger in der Psychiatrie zu halten: Weil von ihm keine akute Gefährdung ausgehe.

Mutter macht Sohn keinen Vorwurf

Der IV-Bezüger kehrt in seine Einzimmerwohnung in Aarau zurück. Eineinhalb Monate später soll er seine Grossmutter mit einem spitzen Gegenstand umgebracht haben. Die 81-Jährige hatte gerade eine Grippe überstanden und sei gut drauf gewesen.

Sie mache ihrem Sohn keinen Vorwurf: "Wenn er es tatsächlich getan hat, war es seine Krankheit", sagt die Mutter.

Der Enkel soll nun in dreimonatige Untersuchungshaft kommen. Das Zwangsmassnahmengericht soll am Montag darüber entscheiden, wie die Aargauer Zeitung am Samstag berichtete. (fam)

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