Einwohnerrat

Energiestadt-Label für Buchs?

Tafel Energiestadt am Ortseingang. Diese hier steht in Lenzburg. Gibt es demnächst auch eine für Buchs?

Tafel Energiestadt am Ortseingang. Diese hier steht in Lenzburg. Gibt es demnächst auch eine für Buchs?

Der Gemeinderat will ein früheres Legislaturziel wieder aufleben lassen.

Aarau hat es schon seit 2005. Suhr will es im Laufe der Legislatur erlangen. Und nun soll sich auch der Gemeinderat Buchs um das Label «Energiestadt» bemühen. Das fordert Einwohnerrat Beat Spiess (FDP) in einer Motion, die vor einem Jahr überwiesen wurde. Der Gemeinderat ist einverstanden; er beantragt beim Parlament an der nächsten Sitzung (3. April) das Geld für die Umsetzung: 20'000 Franken abzüglich Beiträge von Kanton und Bund.

Laut Einwohnerratsbotschaft ist eine Energiestadt «eine Gemeinde oder Stadt, die sich kontinuierlich für eine effiziente Nutzung von Energie, den Klimaschutz und erneuerbare Energien sowie umweltverträgliche Mobilität einsetzt». Eigentlich hatte der Buchser Gemeinderat schon vor vielen Jahren beabsichtigt, beim Trägerverein Energiestadt die Mitgliedschaft an diesem Bundesprogramm anzumelden. Doch dann wurde die Kreisschule Buchs-Rohr gegründet. Und damit gingen alle Schulliegenschaften an diese neue Organisation über. Der Gemeinderat beschloss, das Thema Energiestadtlabel vorerst nicht mehr weiterzuverfolgen – es hätte wenig Sinn gemacht, nachdem mit den Schulliegenschaften ein grosser Teil der öffentlichen Gebäude nun nicht mehr in seiner Verantwortung lagen.

«Langfristig weniger Kosten»

Doch mit der Neugründung der Kreisschule Aarau-Buchs gingen alle Schulliegenschaften wieder in den Besitz der jeweiligen Einwohnergemeinde über. Und: In den nächsten Jahren haben die Buchser hier enormen Investitionsbedarf. Ein guter Zeitpunkt, finden Motionär und Gemeinderat, um den Prozess zur Erlangung des Energiestadt-Labels nun doch noch zu starten: «Es ist wichtig, dass nachhaltig und energiesparend gebaut wird», begründet etwa Beat Spiess sein Anliegen. «Wir sind überzeugt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur der Umwelt, sondern auch der Qualität der Gebäude zu Gute kommt.» So sei auch gewährleistet, dass sinnvoll investiert werde. «Dies wird nicht zu zusätzlichen, sondern langfristig zu weniger Kosten führen.»

Der Prozess zur Erstzertifizierung mit dem Label Energiestadt dauert etwa ein Jahr. Es braucht die Begleitung eines spezialisierten Ingenieurbüros. «Im Wesentlichen», so der Gemeinderat, umfasse der Prozess eine «umfassende Standortbestimmung» sowie die Erarbeitung eines Aktivitätenprogramms für vier Jahre». Der Massnahmenkatalog beinhalte Handlungsfelder wie «kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Kommunikation und Kooperation», zählt der Gemeinderat in seiner Botschaft auf. Das Label Energiestadt erhält die Gemeinde, wenn sie mehr als 50 Prozent der für sie möglichen Massnahmen umgesetzt hat.

Der Gemeinderat betont in seiner Stellungnahme, man gelange unter günstigen Konditionen zu einer professionellen Energieberatung und einer energetischen Standortbestimmung. Die Nettokosten für die Gemeinde liegen bei 5000 Franken. Nach vier Jahren wäre ein Re-Audit fällig, das nochmals 5000 bis 7000 Franken kosten würde – «die Gemeinde kann die Mitgliedschaft jedoch auch kündigen». Personell sei mit einem Mehraufwand von rund 5 Prozent zu rechnen, der im Rahmen der aktuell bewilligten Stellen abgedeckt werden könne.

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