Auenstein
Endlich werden Trails für Mountainbiker eingerichtet

Als erste Aargauer Gemeinde schildert Auenstein sechs Routen extra für Mountainbiker aus. Damit sind nicht alle einverstanden. Doch stoppen lässt sich der Bike-Trend nicht mehr.

Sabine Kuster
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Ein Mountainbiker auf einem unbewilligten Pfad im Wald.az archiv/kus

Ein Mountainbiker auf einem unbewilligten Pfad im Wald.az archiv/kus

Zwei Jahre sind vergangen, seit Auenstein meldete, man wolle das Problem der querwaldein fahrenden Mountainbiker anpacken. Eine Kommission, die vor vier Jahren gegründet worden ist, machte sich daran, die Situation für alle Waldnutzer zu verbessern. «Es war nicht unser vordringlichstes Projekt», sagt Gemeindeschreiber Jürg Lanz.

Aber jetzt treibt Auenstein seine Pionier-Arbeit wieder voran: Als erste Aargauer Gemeinde richtet sie spezielle Mountainbike-Trails ein. Zuerst musste Auenstein dazu den Waldstrassenplan überarbeiten und öffentlich auflegen. Nun wurde er vom Kanton genehmigt und ist seit April rechtskräftig.

Die Biker rasen schon jetzt auf selbst geschaffenen Pfaden von der Gisliflue quer durch den Wald talwärts – ohne Rücksicht auf das Wild oder Wanderer. Mit den offiziellen Trails will Auenstein die Mountainbiker wenigstens kanalisieren – zu stoppen ist der Sport wohl nicht.

Die Tiere kommen nicht mehr zur Ruhe. Die Biker sind sogar nachts mit starken Lichtern unterwegs. «Erst kürzlich habe ich in der Nacht von Rupperswil aus ein Licht auf der Gisliflue gesehen», sagt Förster Max Senn. «Das Licht ist dann auf einem Pfad nach unten zum Kraftwerk gewandert. Dort habe ich den Biker abgefangen. Der ist mir heute noch böse.»

Legal ist Velofahren im Wald nur auf den befestigten Waldstrassen. Auf vier kurzen und zwei längeren Verbindungspfaden will Auenstein nun offizielle Biker-Wegweiser anbringen – dort ist das Abzweigen auf einen Pfad künftig erlaubt. Die Montage der Schilder und die Eröffnung der Pfade ist im Herbst geplant.

In zwei Wochen trifft sich die Gemeinde mit vier regionalen Mountainbike-Klubs. «Zuerst waren sie skeptisch, aber nun haben sie gemerkt, dass wir nicht nur etwas von ihnen wollen, sondern, dass sie auch etwas kriegen.» Die Klubs sollen beim Ausforsten der Wege und er Montage der kleinen Tafeln helfen.

Die Gemeinde Auenstein erwartet zudem von den Bikern, dass sie Vorschläge machen, wie illegale Trails verhindert werden können und wie das neue Reglement alle erreichen kann. Denn nicht alle Biker sind in Klubs. «Die offiziellen Trails müssen die Runde machen, damit unser Projekt kein Papiertiger bleibt», sagt Gemeindeschreiber Lanz.

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