Endlager

Endlagerstudie sorgt für rote Köpfe

Alle sechs Standorte für radioaktive Abfälle sind noch aktuell (Symbolbild)

Alle sechs Standorte für radioaktive Abfälle sind noch aktuell (Symbolbild)

Eine Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Atomendlagers am Jura-Südfuss stösst bei den Gegnern einer solchen Anlage auf wenig Gegenliebe.

Die von der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführte und vom Grenchner Unternehmer und SVP-Kantonsrat Heinz Müller in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zum Schluss, dass ein geologisches Tiefenlager dem Standort finanzielle Vorteile bringen würde.

Die wahrscheinliche Folge sei eine Senkung der Steuerfüsse in den Gemeinden. Bauaufträge und Abgeltungen brächten Geld für Investitionen in die lokale Infrastruktur, was zusammen mit der Zentrumsnähe die Attraktivität der Wohnregion zusätzlich erhöhen würde. Dies wiederum lasse die Immobilienpreise ansteigen.

«Zumutung für das Niederamt»

«Solche Ratschläge aus 50 Kilometern Entfernung sind eine Zumutung für das Niederamt», wettert SP-Kantonsrat Urs Huber namens des Vereins Niederamt ohne Endlager. «Es käme ja auch keinem Niederämter in den Sinn, mit einer privaten Studie beweisen zu wollen, dass man den Flugplatz Grenchen schliessen soll», steht in der Medienmitteilung weiter.

Vielmehr sei es endlich an der Zeit, so Huber, dass die sozioökonomische Studie, die von der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt im Frühling 2009 in Auftrag gegeben wurde, sofort veröffentlicht werde. Diese Studie untersucht regionale Auswirkungen eines Atomkraftwerks (AKW) Gösgen II und eines Tiefenlagers für radioaktive Abfälle. Deren Resultate lägen den Gemeindepräsidien vor. «Die Umfrage muss veröffentlicht werden, bevor noch mehr selbst ernannte Retter des Niederamts aus der Ferne auftauchen.»

Der Jura-Südfuss gilt als geologisch geeignet, um schwach und mittelaktiven Atommüll zu lagern. Der Energiekonzern Alpiq (vormals Atel) will im Niederamt zudem ein zweites AKW bauen. (trö)

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