Farbige Punkte markieren die Bäume, die im Telli-Wald diesen Winter gefällt werden. Es sind, so der erste Eindruck, viele. Die Empörung bei den Telli-Bewohnern, die mit Plakaten protestierten, war entsprechend gross. Um Fragen zu beantworten und die Emotionen zu glätten, hatten Stadtoberförster Christoph Fischer, Förster Roger Wirz und Praktikant Christian Siegrist gestern zu einem Rundgang durch den Telli-Wald eingeladen.


Rund 20 Bewohnerinnen und Bewohnern versammelten sich auf der Moosbrücke, die hinter den Telli-Blöcken über den Frey-Kanal führt. Stadtoberförster Fischer zeigte für die Empörung Verständnis: «Der Eingriff wird massiv sein.» Und beruhigte: «Ein Kahlschlag findet nicht statt, auch wenn von der Anzahl her ein Drittel der Bäume gefällt werden. Der Wald wird sich vom Eingriff schnell erholen.»


Der Forstbetrieb Region Aarau, dem nebst der Ortsbürgergemeinde Aarau auch die Einwohnergemeinde Biberstein und die Ortsbürgergemeinde Unterentfelden angeschlossen sind, erntet diesen Winter rund 7000 Kubikmeter Holz - im Telli-Wald rund 350. 15 Jahre war der Telli-Wald in Ruhe gelassen worden, nun soll er ausgeholzt werden.

Nicht alle Vorbehalte wurden ausgeräumt
Welche Bäume sollen anderen Platz machen? Welches sind fremdländische Bäume, die in unseren Wäldern eigentlich nichts zu suchen haben, wie Akazien oder kanadische Pappeln? Welche Bäume stellen ein Sicherheitsrisiko für Spaziergänger dar? Welche können zu wertvollem Möbelholz verarbeitet werden? «Die Waldbewirtschaftung erfolgt nach strengen Kriterien», erklärte Christoph Fischer. «Wir arbeiten für die nächste und übernächste Generation», sagte Förster Roger Wirz.


Es wurden nicht alle Vorbehalte ausgeräumt. Doch zum Schluss der lehrreichen Führung gab es für die Förster sogar Dank und Applaus. Der Telli-Wald wird in einem Teil Naturschutzgebiet bleiben, aber auch als Parkwald sowie als Nutzholz- und Energielieferant dienen.


Wenn geholzt wird im Telli Wald, wird es mit der Ruhe vorbei sein, einzelne Wege werden gesperrt werden. Nicht für lange: Förster Fischer geht davon aus, dass die Arbeiten bei guten Wetterbedingungen rund drei Wochen dauern.