Aarau
Emil als Vorspeise, dann folgt die etwas schwerere Kost

Luther, Neruda, Schillers «Don Carlos» und Dürrenmatts «Panne», Musik im KZ, aber auch Emil: Der Spielplan der Theatergemeinde Aarau verspricht einen breiten und interessanten Themenmix.

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Mit Musik im Konzentrationslager überleben: «Der Ghetto Swinger.» zvg

Mit Musik im Konzentrationslager überleben: «Der Ghetto Swinger.» zvg

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Humorvoll startet die Theatergemeinde Aarau in die kommende Saison. Den Auftakt macht Emil Steinberger mit «Emil – No einisch». Der Luzerner Komiker serviert seine beliebten Emil-Klassiker, garniert mit kabarettistisch aufbereiteten aktuellen Gedanken. Diese Aufführung ist bereits ausverkauft.

Es folgt als Nächstes, aufgeführt vom Dreiländertheater Basel, die «Die Panne», jenes Drama, in dem Friedrich Dürrenmatt auf unvergleichliche Weise den schmalen Grat zwischen Recht und Selbstgerechtigkeit sowie zwischen Opfer- und Täterschaft beschreibt.

In «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» beschreibt Edward Albee die Ketten einer unentrinnbaren Ehehölle. Erzählt wird die Beziehungskatastrophe mit abgründigem Humor und tiefer Menschlichkeit. Das Theater Kanton Zürich zeigt Friedrich Schillers «Don Carlos. Infant von Spanien», eines der grandiosesten Dramen der deutschen Literaturgeschichte. Es ist berührende Familientragödie, spannender Politthriller und sprachmächtiges Liebesdrama zugleich.

Ein Musikerleben in dunkler Zeit

Danach führt die Reise ins Berlin der 30er-Jahre. Im Zentrum steht der Jazzmusiker Coco Schumann, dem die Musik die Möglichkeit bietet, das Konzentrationslager zu überleben. Die Hamburger Kammerspiele zeigen das bewegte Leben des jüdischen Musikers – natürlich mit viel Musik. Mit von der Partie ist in «Der Ghetto Swinger» auch der Musicalstar Helen Schneider.

Die Reise geht weiter nach Chile in die 1970er-Jahre, dort spielt «Brennende Geduld» von Antonio Skàrmeta, eine Hommage an einen der berühmtesten lateinamerikanischen Dichter: Pablo Neruda. Das vom Theater Ariane aus Winterthur aufgeführte Stück handelt von Freundschaft und Liebe, von Poesie und Leidenschaft, aber auch von Freiheit und Politik.

Ein Porträt Martin Luthers

Zum 500. Jahrestag der Reformation widmet sich die Theatergemeinde der faszinierenden Gestalt Martin Luthers. Es entstand ein spannendes Persönlichkeitsbild dieser grossen historischen Figur, zutiefst persönlich und voller Bedeutung für die Welt von heute. «Martinus Luther» ist ein Schauspiel von John von Duffel, die Aufführung eine Produktion von Theaterlust München.

«Die Besetzung» von Charles Lewinsky ist ein Theaterstück über das Theater. Es bildet den Abschluss der Saison 2016/2017. Es geht um die Frage, was gegen die immer radikaleren Sparmassnahmen unternommen werden kann, von denen die Existenz immer mehr staatlich subventionierter Bühnen bedroht ist. Ist die grosse Zeit der Stadttheater endgültig vorbei? «Die Besetzung», diese Kontroverse zwischen Beratungsfirma und Bühne, ist eine Produktion von Theater Überland und CH-Autorentheater Langenthal. Es spielen Andrea Zogg und Danielle Green.

Vorverkauf läuft

Der Vorverkauf der Einzelkarten für alle Vorstellungen hat am Donnerstag bei aarau info, Metzgergasse 2, Aarau sowie online unter www.theatergemeinde.ch begonnen. Mitglieder der Theatergemeinde Aarau erhalten zehn Prozent Ermässigung. (uw)

Detaillierter Spielplan, Informationen und Anmeldung für den Newsletter unter www.theatergemeinde.ch