Aarau

Emanuela Wertli hat ein Faible für Schulhäuser

Die Kinder von Emanuela Wertli besuchten das Gönhardschulhaus.

Die Kinder von Emanuela Wertli besuchten das Gönhardschulhaus.

Die 65-Jährige kandidiert bei der Ersatzwahl in die Schulpflege Aarau für die CVP. Sie arbeitete früher als Primar-, Sekundar- und Bezirkslehrerin. Bis 2010 wirkte sie als Dozentin und Bereichsleiterin an der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich.

«Ich sitze gerne am Schreibtisch, ich lese gerne und ich liebe Schulhäuser», sagt Emanuela Wertli. Ist sie auf Reisen, so Emanuela Wertli findet man sie deshalb auch nicht am Strand, sondern auf Schulbesuch: Sie besuchte die Open-Air-Schule in Mali genauso wie diejenige in Stockholm, wo sich die Schulkinder bereits ab 7 Uhr zum gemeinsamen Frühstück treffen können.

Der Rucksack von Emanuela Wertli ist prallvoll. Als Schulpflegerin dürfte ihr dieses Wissen, würde sie denn am 11. März ins Siebnergremium gewählt, durchaus nützen. Fragt man die 65-Jährige, weshalb sie sich – nun pensioniert – der neuen Herausforderung als Schulpflegerin stellen will, fällt ihre Antwort schlicht aus: «Es ist wohl das grosse Interesse an Kindern und Jugendlichen.» Die Kündigungen in Schulpflege und Schulleitung im vergangenen Jahr schrecken sie nicht ab: «Ich habe in meinem Leben immer angepackt.»

«Damals war ich eine Exotin»

Wertli arbeitete zunächst als Primarlehrerin, bildete sich aber schon bald zur Sekundar- und Bezirkslehrerin weiter. Über zwanzig Jahre lang unterrichtete sie in Teilzeit Deutsch, Französisch und Geschichte auf Bezirksschulstufe am Landenhof in Unterentfelden, der schweizerischen Schule für Schwerhörige.

In diese Zeit fiel auch die Geburt ihrer Kinder. «In den 70er- und 80er-Jahren», sagt die CVP-Frau, «war ich mit meinem beruflichen Pensum und drei kleinen Kindern eher eine Exotin.» Sie konnte indessen auf die Unterstützung ihres Mannes und ihrer Familie zählen sowie auch auf diejenige einer Betreuungsperson für die Kinder und die Unterstützung im Haushalt während einiger Stunden pro Woche. Familien- und schulergänzende Tagesstrukturen erachtet sie aus diesem Grund als «ganz wichtig». Ob und wie Eltern dieses Angebot nutzen, sagt sie, bleibe ihnen aber selbst überlassen.

Ruhelos im Pensionsalter

Der Beruf war der zielstrebigen Frau Berufung: Anfang der 90er-Jahre begann Wertli ein Studium in Pädagogischer Psychologie, Sozial- und Sonderpädagogik, sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Zürich, das sie 1996 mit dem Lizenziat abschloss. Gleichzeitig war sie auch sechs Jahre lang Mitglied der CVP-Fraktion im Einwohnerrat der Stadt Aarau. Wertli arbeitete bis 2010 als Dozentin und Bereichsleiterin an der Hochschule für Heilpädagogik in Zürich.

Nun könnte sie sich zur Ruhe setzen. Stattdessen lehrt und forscht sie weiter, engagiert sich ehrenamtlich unter anderem bei Caritas – alles in allem ein Pensum bis zu 20 Stunden wöchentlich. Und kandidiert nun auch noch für die Schulpflege.

Gegen «einsame Entscheide»

Sie ist sich der Herausforderungen, die auf die Schulpflege zukommen werden, bewusst. «Je nach Abstimmungsergebnis am 11. März», sagt sie, «muss sich die Schulpflege mit den Veränderungen der Dauer der Schulstufen (6/3) auseinandersetzen.» Wäre sie mit von der Partie, so würde sie den allfälligen Umbau besonnen und mit Augenmass angehen, in enger Zusammenarbeit mit Schulleitung und Lehrpersonen.

Sie sei gegen «einsame Entscheide», sagt sie, habe ein Leben lang im Team gearbeitet. Kommunikation bedeute für sie zuhören und klären durch nachfragen. Was die Reorganisation der Kreisschule Buchs-Rohr und der Schule Aarau betrifft, so bieten grosse Einheiten (Verband) Vielfalt, kleinere Einheiten (Gemeindevertrag) seien beweglicher. Vor- und Nachteile hätten beide Lösungen. «Wichtig ist», sagt die Erziehungswissenschaftlerin, «dass nicht verloren geht, was bisher gut funktionierte.»

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