Heute Freitag beginnt die Fussball-Europameisterschaft in Frankreich, und wie vor grossen Fussballturnieren üblich, dominieren Trikots und andere Fanartikel die Schaufenster der Sportgeschäfte. Auffallend prominent sind derzeit vor allem solche von Albanien: Ob Flaggen, Taschen, Schweissbänder, Flipflops, Bälle oder Trikots – vom EM-Neuling gibts alle möglichen Dinge zu kaufen. Oft hat man sogar den Eindruck, dass weit mehr albanische Artikel angeboten werden als Schweizer.

«Albanien ist halt zum ersten Mal an einem Turnier dabei», sagt Andrea Bauer, Mediensprecherin von SportXX im Wynecenter Buchs. Es sei deshalb auch das erste Mal, dass die Albanien-Fans überhaupt Fanartikel kaufen könnten. «Andererseits leben und arbeiten viele Menschen mit albanischen Wurzeln bei uns.» Albanien, das sich «nicht zuletzt dank seiner Schweizer Spieler-Fraktion» für die EM qualifiziert habe, sei in der Region attraktiv.

Bei SportXX werde zwar immer noch das Schweizer Trikot am besten verkauft, Albanien folge aber an zweiter Stelle, sagt Andrea Bauer. «Der Verkauf dieser Trikots liegt deutlich höher als bei Trikots von Italien, Frankreich oder Portugal.»

Es kommt auf den Spieltag an

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Dosenbach im Aarauer City-Märt und im Einkaufszentrum Telli sowie im Ochnser Sport beim Graben: Schweizer Nationaltrikots werden dort am meisten verkauft, dicht gefolgt von den Albanien-Trikots. Und was die albanisch dominierten Schaufenster betrifft, bestätigt Pressesprecher Steve Schennach: «Da die albanischen Trikots sehr begehrt sind, werden diese auch vermehrt ausgestellt.»

Vor grossen Spielen würden zudem die antretenden Nationen jeweils priorisiert. Morgen spielt Albanien gegen die Schweiz. Im Dosenbach-Schaufenster beim City-Märt waren kürzlich sechs Sporttaschen mit Emblemen beider Länder aufgehängt – bei der Anzahl Taschen stand es 4:2 für Albanien.

Bei Manor gewinnt aber Italien

Gar keine Albanien-Artikel hingegen gibt es beim Coop City in der Aarauer Igelweid. Dort findet man EM-Fanartikel von der Schweiz, Italien, Deutschland, Spanien, Portugal und Gastgeber Frankreich. Eine verpasste Chance? «Unser Lieferant hat uns aufgrund seiner Erfahrungswerte die sechs beliebtesten Länder mitgeteilt», sagt Mediensprecherin Andrea Bergmann. «Wir werden dies für die nächste EM oder WM neu beurteilen und vielleicht weitere Länder ins Sortiment aufnehmen.»

Geht es nach den Verkaufszahlen bei Manor, steht Italien neben der Schweiz im EM-Final. Trikots, Schlüsselanhänger oder Fanbrillen der Azzurri werden dort überdurchschnittlich viel verkauft, sagt Mediensprecherin Elle Steinbrecher. «Wir denken, dass die Nachfrage nochmals ansteigen wird, da einige erst jetzt in EM-Stimmung kommen.»