Es war Mitte März, als der Bullmastiff Rock fünf Personen auf dem Pausenplatz angriff, darunter zwei Schüler. Die schlimmen Szenen spielten sich beim Schulhauses Roggenhausen in Unterentfelden ab. Dabei wird eines der Kinder von Rock in ein Dornengestrüpp gedrückt und ins Bein gebissen. Resultat: Eine 10 Zentimeter lange Bisswunde. Der Bub muss wegen dieser und anderer Verletzungen mehrere Tage im Spital bleiben. Seine Eltern nehmen jetzt zum ersten Mal Stellung. Sie berichten gegenüber Tele M1 schriftlich:

«Die Wunden sind zwar am verheilen, aber so, wie man es bei Bisswunden leider erwarten muss. Sie werden noch einiges an Pflege brauchen und sehr unschöne Andenken bleiben.»

Der Bub habe seit der Attacke Albträume, schreiben die Eltern weiter. Sie sind enttäuscht von den Besitzern von Rock. Wütend macht sie vor allem folgende Aussagen des Besitzerpaars gegenüber Tele M1 vor ein paar Wochen. Die Hundebesitzerin sagte damals zum Regionalsender: «Rock ist unser Baby. Er ist ein netter Hund, der Freude an jedem hat, der ihm begegnet.»

Opfer von Hundebiss-Attacke

Opfer von Hundebiss-Attacke

Nach der Hundeattacke in Unterentfelden äussert sich jetzt erstmals eine Opferfamilie. Wie geht es dem angefallenen Sohn drei Wochen danach?

Im selben TV-Beitrag entschuldigen sich die Hundehalter bei den Opfern. Trotzdem, die Familie des 10-jährigen Buben stossen die Aussagen sauer auf:

«Dass wir (…) sehen konnten, wie ein Tier, dass unseren Sohn ohne weiteres hätte totbeissen können, Baby genannt (…) und beklagt wird, war mehr als befremdend.»

Die Eltern hoffen auf eine strenge Bestrafung. Vier Anzeigen sind mittlerweile gegen die Hundehalter eingegangen. Polizei ermittelt unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Roland Pfister, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei: «Die Polizei hat diverse Personen befragt und hat die Ermittlungen jetzt abschlissen können. Das Halterehepaar wird nun an die Staatsanwaltschaft angezeigt und die Akten demnächst überwiesen.»

Das Schicksal von Rock liegt nun in den Händen der Kantonstierärztin Erika Wunderlin. «Wir haben verschiedene Beschreibungen und Stellungnahmen zu diesem Vorfall erhalten. Diese sind wir nun am auswerten und versuchen uns ein Gesamtbild zu machen, um zu verstehen, was eigentlich an diesem Nachmittag passiert ist. Danach entscheiden wir», sagt die Tierärztin gegenüber Tele M1.

Die möglichen Optionen: Der Hund kommt zurück zu den Besitzern, er bekommt einen neuen Halter, oder er wird eingeschläfert. Bis zur Entscheidung bleibt Rock im Tierheim. (fvo)