Olympische Spiele
Eltern von Aargauer Freeskier radelten nach Südkorea – jetzt geht ihre Story um die Welt

Guido Huwiler und Rita Rüttimann machen wegen einem Treffen in Pyeongchang international Schlagzeilen: Fast ein Jahr lang waren sie mit dem Velo unterwegs, bis sie nach knapp 17'000 Kilometern in Südkorea ankamen.

Katja Schlegel
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Am Montagmorgen wollte BBC mit ihnen sprechen. Und für den Abend hat sich ein Journalist einer südamerikanischen Zeitung angemeldet. Wie genau die Zeitung heisst, wissen Guido Huwiler und Rita Rüttimann nicht mehr. Aber bei so viel Medienrummel, wie ihn die beiden in den letzten Tagen erlebt haben, erstaunt das nicht weiter. Dabei wissen die beiden noch nicht einmal, wer alles über sie berichtet hat. «Was? Die ‹Washington Post›? Und das ‹Wall Street Journal›?» Guido Huwiler prustet in seine Kaffeetasse und lacht schallend.

Als die beiden Aarauer im Februar 2017 von Olten aus, wo sie ihr Hab und Gut untergebracht haben, aufbrachen, war das Ziel klar: Die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang, wo Guidos Sohn Mischa Gasser dieses Wochenende in der Ski-Freestyle-Kategorie Aerials startete. Als sie dann letzte Woche am mit Mischa vereinbarten Treffpunkt eintrafen, brach alles über sie herein.

«Mischa hatte uns angekündigt, dass das Schweizer Fernsehen gerne ein Interview machen würde», sagt Guido Huwiler. Dass aber gleich eine ganze Horde Journalisten auf sie warten würde, damit hatten sie nicht gerechnet. «Wir wurden gefilmt, interviewt und fotografiert – und wir haben geantwortet und gelächelt und die Welt nicht mehr verstanden», sagt Guido.

Aarauer Weltenbummler Guido Huwiler und Rita Rüttimann Huwiler
11 Bilder
Für einmal auf dem Schiff statt dem Velo: Guido und Rita queren den Mekong. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Grüne und saftige Landschaft, soweit das Auge reicht (Laos). «Es ist wie im Paradies», sagt Rita Rüttimann.
Fahrt über einen Seitenarm des Mekong River hinein nach Luang Prabang in Laos. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Auf der Fahrt von Siem Reap nach Poipet, dem Grenzort von Kambodscha zu Thailand. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Thailand wird seinem Namen als "Land des Lächelns" gerecht, sagt Rita Rüttimann. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Die endlosen Reisfelder Thailands. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Endlose Wälder in Laos. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt. Hier in Laos.
Ein Büffel in Thailand. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt. Hier in Thailand.
Knapp 17000 Kilometer haben die beiden schon in den Waden. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.
Beim Buatong Wasserfall rund 60 km nördlich von Charmey auf dem Weg nach Shanghai. Guido Huwiler und Rita Rüttimann aus Aarau sind ausgebüxt. Seit Februar 2017 reisen sie mit dem Velo um die Welt.

Aarauer Weltenbummler Guido Huwiler und Rita Rüttimann Huwiler

Guido Huwiler

Die Geschichte von Guido und Rita, die 17 000 Kilometer weit geradelt sind, um Mischa vor Ort die Daumen zu drücken, ging um die Welt. Das chinesische Fernsehen, «Le Matin», «Eurosport», «Reuters», die BBC oder eben die «Washington Post», alle haben darüber berichtet. Ein Rummel, den die beiden nie beabsichtigt hatten – aber geniessen. «Es ist ein überwältigendes Gefühl», sagt Guido Huwiler. Und ausgerechnet das, was den beiden auf ihrer Reise bisher den grössten Strich durch die Rechnung gemacht hat, steht nun ganz hoch im Kurs: Guidos Bart, der die Chinesen so gestört hatte, dass sie den beiden noch nicht einmal den Zutritt zur Botschaft gewährten, geschweige denn ins Land. «Jetzt erkennen mich die Leute auf der Strasse», sagt Guido.

Auch wenn den beiden die mediale Aufmerksamkeit schmeichelt, so sind sie doch froh, wieder auf dem Velo zu sitzen. «Die letzten Tage waren emotional sehr anstrengend», sagt Rita. Natürlich auch wegen des Daumendrückens am Pistenrand. Dass es Mischa nicht für Edelmetall gereicht hat, spielt Guido keine Rolle. «Er hat den Finaleinzug geschafft. Das war sein Ziel. Dass er das erreicht hat, freut mich wahnsinnig.»

Für die beiden geht die Reise jetzt weiter. Das nächste grosse Ziel: China. Mit Bart.