Buchs-Rohr
Eltern sollen keine Löwen sein

Im Schulhaus Gysimatte fand der «Eltern-Schule-Kind» Themenabend statt. Dabei galt es die Differenzen zwischen Eltern und Lehrpersonen aus der Welt zu schaffen.

Florian Müller
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Eltern sollen keine Löwen sein

Eltern sollen keine Löwen sein

«Wenn Lehrpersonen mit Eltern über die Erziehung ihres Kindes reden, ist dies nicht als Einmischung in die Erziehung gedacht.» Sarah Zanoni, pädagogische Psychologin, erklärt am Themenabend «Eltern-Schule-Kind» im Schulhaus Gysimatte, wie sich die Kompetenzen zwischen Lehrpersonen und Eltern verteilen:

«Denn wenn Lehrer mit ihnen das Gespräch suchen, steht dies immer im Zusammenhang mit dem Lernen, weil Lehrer Fachpersonen fürs Lernen sind.»

Mehrere ungelöste Fälle

Die Veranstaltungen der Kreisschule Buchs-Rohr sind eine Reaktion auf mehrere verzwickte Streitfälle zwischen Eltern und Lehrpersonen, die nicht bereinigt werden konnten.

«Was die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrpersonen angeht, besteht Handlungsbedarf», sagt Schulleiter Beat Maurer. Der Themenabend mit der unabhängigen Expertin und Buchautorin Sarah Zanoni ist also auch Präventionsarbeit.

Wie Kinder besser lernen

Am Montagabend waren Eltern von Kindern der Einschulungsklasse sowie der ersten Klasse eingeladen. Dabei ging es aber um mehr, als nur die angesprochenen Probleme.

Als Familiencoach weiss Zanoni, wie man optimale Rahmenbedingungen fürs Lernen des Kindes schafft. Wann und wo sollen Kinder vorzugsweise die Hausaufgaben erledigen, wie viel soll ein Kind trinken, damit es sich gut konzentrieren kann? Die Eltern erhielten wertvolle Tipps, das Lernen des Kindes positiv zu beeinflussen.

So zum Beispiel die zweifache Mutter Melek Karakelle aus Buchs: «Ich habe gelernt, dass Kinder alleine in die Schule gehen sollten. Das wusste ich nicht. Ab jetzt begleite ich meine Tochter Selen nicht mehr zur Schule.» Denn die Zeit, die das Kind auf dem Schulweg alleine verbringen kann, ist wichtig für die Förderung der Selbstständigkeit.

Magisches Dreieck des Lernens

Wenn ein Kind in der Schule Probleme mache, solle man das Problemverhalten des Kindes nicht direkt von sich weisen, sagt Zanoni. «Bitte stellen Sie sich nicht wie ein Löwe vor ihr Kind.» Vielmehr brauche es gegenseitiges Vertrauen sowie bessere Kommunikation im «magischen Dreieck» Kind-Eltern-Schule. Nicht zuletzt, um weitere Streitfälle zwischen Eltern und Lehrpersonen zu vermeiden. Gefragt sind gemeinsame Lösungen anstatt Anschuldigungen: «Denn Eltern und Lehrpersonen sind Partner in der Begleitung und Förderung des Kindes», wie Zanoni sagt.