Aarau

Elf Kandidaten stellen sich zur Wahl: Der Kampf um die Richterstühle ist eröffnet

Offener als auch schon: Die Wahlen ans Aarauer Bezirksgericht. Der Nebel lichtet sich am 25. September.

Offener als auch schon: Die Wahlen ans Aarauer Bezirksgericht. Der Nebel lichtet sich am 25. September.

Elf Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um acht Bezirksrichtersitze. Am 25. September werden sie an der Urne für die Amtsperiode 2017–2020 gewählt.

Es ist dies die einzige Urnenwahl im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen der Bezirks- und Kreisbehörden. Das steht nach Ablauf der Nachmeldefrist fest.

Bei den Gerichtspräsidentinnen und -präsidenten, Friedensrichtern und Schulräten sind alle Kandidierenden in stiller Wahl gewählt, da nicht mehr Kandidierende gemeldet wurden, als Sitze zu besetzen sind.

Umkämpft wie schon lange nicht mehr sind dagegen die Sitze der acht Bezirksrichterinnen und -richter. 2008 gab es stille Wahlen, und 2012 traten neun Kandidaten zur Urnenwahl an, in welcher der Aussenseiter Daniel Wälchli von der Sozial-liberalen Bewegung klar scheiterte.

Diesmal stellen sich elf Personen zur Wahl – sechs von acht Bisherigen und fünf neue Kandidaten.

Auffällig sind zwei Dinge. Erstens: Die bisher nicht vertretenen Grünliberalen schicken zwei Kandidaten ins Rennen – Bezirksparteipräsident Sandro Stamm aus Hirschthal und den Buchser Juristen Claud Marc Bütler.

Zweitens: Eine der grossen Parteien, die SP, möchte einen zusätzlichen Richterposten dazugewinnen.

SP-Suppport für alle Bisherigen

Die SP verfügt derzeit über einen einzigen Richtersitz und tritt nun mit dem Bisherigen Renato Mazzocco sowie dem Aarauer Juristen Hans Jürg Podzorski an.

«Daneben unterstützt sie» gemäss einer Medienmitteilung von gestern Dienstag «alle bisherigen Bezirksrichterinnen und Bezirksrichter, namentlich Susan Dober Spielmann (CVP), Heidi Hunziker und Giorgio Meier (beide FDP) sowie Hans Hartmann und Marcel Suter (beide SVP).»

Damit ist klar: Die SP möchte der SVP oder der FDP, die beide über drei Bezirksrichter verfügen, einen Sitz abjagen. Bei beiden grossen bürgerlichen Parteien wird nach dem Verzicht von Heidi Seitz (FDP) und Hans Hunziker (SVP) ein Sitz frei, den Urs Bolliger Neukom (FDP, Aarau) und Matthias Hagmann (SVP, Hirschthal) behaupten möchten.

Damit stellt sich die Frage: Greift die SP gezielt einen dieser beiden Kandidaten an. «Nein», sagt Renato Mazzocco, Sekretär des Aargauischen Gewerkschaftsbundes und Vorstandsmitglied der SP-Bezirkspartei, «wir greifen niemanden an.»

Es gehe nur darum, dass die SP – wie das Mitte-Links-Lager generell – am Bezirksgericht untervertreten sei und gleichzeitig mit Hans Jürg Podzorski über einen äusserst qualifizierten zweiten Kandidaten verfüge.

Der 62-jährige Verwaltungsjurist kennt den Aufgabenbereich eines Bezirksgerichts unter anderem aus früheren Tätigkeiten beim Bezirksgericht Lenzburg und beim Bezirksamt Brugg.

Im Januar Gewehr bei Fuss

Insbesondere die FDP sei ein wenig übervertreten, sagt Mazzocco. Aber als es im Januar nach dem Rücktritt eines freisinnigen Richters zu einer Ersatzwahl kam, trat die SP nicht an.

Der FDP-Kandidat wurde in stiller Wahl gewählt. «Wir haben damals beschlossen», so Mazzocco, «bis zu den Gesamterneuerungswahlen zuzuwarten.» Hier bleibt offen, wer bei einem allfälligen Sitzgewinn der SP Haare lassen muss.

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