Aarau
Eklat in der Schulpflege: Präsidentin Persson nimmt den Hut

Schulpflegepräsidentin Véronique Persson hat demissioniert. «Ich habe mich entschieden, zum nächstmöglichen Termin mein Amt als Präsidentin der Schulpflege Aarau abzugeben und aus der Schulpflege auszutreten».

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Veronique Persson

Veronique Persson

Aargauer Zeitung

Das schreibt Persson in einem Brief an die Lehrer der Schulen Aarau. Laut dem Brief habe Persson triftige Gründe: Sie stelle fest, dass es ihr als Präsidentin in den letzten zweieinhalb Jahren nicht gelungen sei, die Führung der Schule nachhaltig zu verändern. «Die Art und Weise, wie die Schulpflege arbeitet und Entscheidungen trifft, ist mir oft fremd», so Persson. Dies führe dazu, dass viele von der Schulpflege getroffenen Entscheidungen für sie seit einem Jahr nicht mehr tragbar seien.

Bevor sie ihr Amt als Schulpflegepräsidentin übernahm, war Véronique Persson als Projektmanagerin bei der UBS tätig. «Ich wollte Methoden aus der Privatwirtschaft auch in der Schulpflege anwenden», sagt Persson auf Anfrage. Diese Methoden seien aber nicht akzeptiert worden. «Ich war wohl zu direkt.» Nun habe sie die Energie nicht mehr, um die vor ihr stehenden Herausforderungen erfolgreich über die Bühne zu bringen. In ihrem Demissionsschreiben spart Véronique Persson nicht mit weiterer Kritik: «Seit einigen Monaten spüre ich zusätzlich ein wachsendes Misstrauen mir gegenüber, meinem Führungsstil und meiner Persönlichkeit.»

«Kein Misstrauen»

Ganz anders sieht das Ruedi Birchler, Kommunikationsverantwortlicher und Mitglied der Schulpflege: «Wir haben absolut kein Misstrauen gegenüber Frau Persson», sagt er auf Anfrage. Zum Rücktritt von Véronique Persson nehme er keine Stellung. «Das ist eine ganz normale Kündigung», so Birchler.

In einer Pressemitteilung von gestern teilt die Schulpflege Aarau zudem mit, dass Véronique Persson ihr Amt bis zur Ergänzungswahl im Herbst 2011 weiterführen wird. Die Schulpflege bedauere den Rücktritt ihrer Präsidentin. (HUG)

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