EINWOHNERRATSWAHLEN AARAU
Prävention statt Polizeipräsenz: Christoph Waldmeier (EVP) findet die Investition in Jugendförderung wichtiger als Überwachung

Am 28. November wählt Aarau 50 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte. Die AZ stellt einige Bisherige und Neue aller Parteien mit einem Fragebogeninterview vor. Heute: Christoph Waldmeier, EVP.

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Christoph Waldmeier freut sich darauf, wenn das Ufer der Aare wieder durchgängig mit dem Velo befahrbar ist.

Christoph Waldmeier freut sich darauf, wenn das Ufer der Aare wieder durchgängig mit dem Velo befahrbar ist.

Zur Verfügung gestellt

Christoph Waldmeier (35, EVP, bisher) wohnt im Dreieck zwischen Tellirain, Sauerländer und Tellistrasse. Er arbeitet als Oberstufenlehrperson im Aarauer Schachen. Der Hobby-Bastler ist ledig und wandert in seiner Freizeit gerne auf die Jurahügel, um mit dem Gleitschirm vom Berg zu fliegen.

Wofür würden Sie weniger Steuergelder ausgeben und wofür mehr?

Im Wesentlichen ist der Haushalt der Stadt relativ gut austariert. Klar, im Kleinen könnte man immer Änderungen vornehmen. So ist es schade, dass man immer mehr auf die Installation von Überwachungskameras setzt, dabei wäre es aus meiner Sicht viel sinnvoller, die Jugendarbeit auszubauen. Die müssten Personal haben, um zu den «Unzeiten» den Kontakt mit den Jugendlichen zu suchen. So könnten Littering und Demolierungen verhindert werden. Es gibt ja auch immer weniger Orte, wo die Jugendlichen hinkönnen.

Manche Menschen fühlen sich in Aarau nachts auf der Strasse nicht sicher. Sehen Sie Handlungsbedarf?

Sicherheitsempfinden ist etwas sehr Subjektives. Hier eine Lösung zu finden, ist nicht einfach. Für mich steht auf jeden Fall Prävention, beispielsweise durch Jugendarbeit, an erster Stelle und ist wichtiger, als einfach nur generell die Polizeipräsenz zu erhöhen.

Welches Verkehrsproblem muss man dringend lösen und was schlagen Sie als Lösung vor?

Ich freue mich darauf, wenn endlich das Aareufer mit dem Velo wieder durchgängig befahrbar wird. Dann wäre es wichtig, den gewachsenen Scheibenschachen via zusätzliche Fussgänger- und Velobrücke (etwa auf der Höhe Rüchligwehr) besser zu erschliessen und an die Telli anzubinden.

Welche Infrastruktur bräuchte Aarau unbedingt?

Um weitere Fussballfelder werden wir kaum herumkommen, da die Nachfrage in Aarau sehr hoch ist. Irgendwann wird wohl die Schachenhalle ersetzt werden müssen. Ein weiteres Projekt wird der erweiterte Ersatzneubau fürs Oberstufenschulhaus Schachen sein, welches bereits auf gute Weise aufgegleist wird. Das Kiff 2.0 wird auch Thema werden. Langsam machen sich gewisse Investitionsstaus bemerkbar, die man schon länger hätte angehen müssen.

Wer ist Ihr Aarauer Held oder Ihre Aarauer Heldin und warum?

Nicht nur, weil ich am Johann-Rudolf-Meyer-Weg einen Teil meiner Jugend verbrachte, ist ebendieser (JRM-Junior) ein Vorbild. Stark wie ein Ochse, schlau wie ein Fuchs, gescheit wie ein alter Grieche, grosszügig wie Pestalozzi und freiheitsliebend. Eine grossherzige Person mit Ecken und Kanten. Er war übers Leben gesehen ein nonkonformer Machertyp mit seinen Geheimnissen.

Was kann Aarau im Bereich Kinder und Familie besser machen?

Aarau tut einiges in diesem Bereich. Gerade ist im Bereich Tagesstruktur an der Schule etwas entstanden. Seit 2012, als ich in den Einwohnerrat kam, war Kind und Familie ein Thema. Jetzt, nach langem «gut Ding will Weile haben», sind wir auf Kurs.

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