Einwohnerratswahlen Aarau
Martina Niggli (Grüne) würde mehr Geld für Musikunterricht ausgeben: «Das Musische kommt zu kurz»

Am 28. November wählt Aarau 50 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte. Die AZ stellt einige Bisherige und Neue aller Parteien mit einem Fragebogeninterview vor. Heute: Martina Niggli, Grüne.

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Martina Niggli, Einwohnerrätin Grüne.

Martina Niggli, Einwohnerrätin Grüne.

Zvg

Martina Niggli (35, Grüne, bisher) wohnt im Zelgli und arbeitet als Controllerin beim Migros-Genossenschaftsbund. Sie lebt in einer Partnerschaft und hat zwei kleine Kinder. Ihre Freizeit verbringt sie mit ihnen, aber auch beim Sport und mit Nähen.

Wofür würden Sie weniger Steuergelder ausgeben und wofür mehr?

Mehr für Kultur und Sport, vor allem im Zusammenhang mit Kindern. Zum Beispiel für Musikunterricht. Weil: «Digitale» Förderung kommt im heutigen digitalen Zeitalter von alleine, derweil das Musische zu kurz kommt und daher spezifisch gefördert werden muss.

Manche Menschen fühlen sich in Aarau nachts auf der Strasse nicht sicher. Sehen Sie Handlungsbedarf?

In Aarau sehe ich nur einige wenige «Brennpunkte», zum Beispiel den Bahnhof. Hier gäbe es sicher ein Stück weit Handlungsbedarf. Ob erhöhte Polizeipräsenz das richtige ist, stelle ich in Frage. Wichtiger fände ich, das Problem bei der Wurzel zu packen. Am Beispiel Bahnhof: Wer sorgt für «Unsicherheit», weshalb, wie kann verhindert werden, dass sich diese Personengruppen am Bahnhof «herumtreiben»?

Welches Verkehrsproblem muss man dringend lösen und was schlagen Sie als Lösung vor?

Eine busfreie Altstadt würde entscheidend zu einer lebenswerten Stadt beitragen. Etwa durch einen Rundkurs um die Altstadt herum, wie dies teilweise abends bereits gemacht wird.

Welche Infrastruktur bräuchte Aarau unbedingt?

Mehr frei zugängliche Anlagen, zum Beispiel eine öffentliche Pumptrack-Anlage. Oder eine Kletterwand. Oder öffentliche Plätze/Wiesen zum «Tschutten».

Wer ist Ihr Aarauer Held oder Ihre Aarauer Heldin?

Urs Wehrli (Ursus von «Ursus und Nadeschkin»): Er hat einen tollen Humor, eine sympathische Persönlichkeit, «das Herz am rechten Fleck», die richtige Mischung aus Humor und Seriosität.

Was kann Aarau im Bereich Kinder und Familie besser machen?

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird immer noch zu wenig gefördert. Die Kosten für die externe Kinderbetreuung sind (schweizweit) viel zu hoch und selbst für gut verdienende Paare ein grosser Brocken. Viele gut ausgebildete Frauen reduzieren ihr Pensum stark oder hören sogar auf zu arbeiten. Somit entgehen der Wirtschaft viele gute Arbeitskräfte, die man eigentlich einfach (nämlich mit stärkerer Förderung der Kinderbetreuung) in der Arbeitswelt behalten könnte.

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