Einwohnerratswahlen Aarau
Nadja Honegger (SVP): «All die Gastronomen, Lokal- und Lädelibesitzer unserer Stadt sind meine Helden»

Am 28. November wählt Aarau 50 Einwohnerrätinnen und Einwohnerräte. Die AZ stellt einige Bisherige und Neue aller Parteien mit einem Fragebogeninterview vor. Heute: Nadja Honegger, SVP.

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Nadja Honegger (51) kandidiert für den Aarauer Einwohnerrat.

Nadja Honegger (51) kandidiert für den Aarauer Einwohnerrat.

Zur Verfügung gestellt

Nadja Honegger (51, SVP, neu) wohnt im Gönhard und arbeitet als HR-Managerin in einer Unternehmung der Mitsubishi-Gruppe. Sie ist ledig und hat zwei Kinder. Ihre Freizeit verbringt sie mit Sport und vielen sozialen Aktivitäten sowie dem Auseinandersetzen mit Gesellschafts- und politischen Themen. Sie mag biologisch nachhaltig produzierte Produkte, sammelt Plastik/Kunststoff und will «mit Achtung vor und mit der Natur leben».

Wofür würden Sie weniger Steuergelder ausgeben und wofür mehr?

Ich würde mir wünschen, dass der Steuerfuss attraktiv für Zuzüger bleibt. Nur wenn wir ein gutes Steuersubstrat haben, können wir auch unsere Infrastruktur in Schuss halten und den jungen und erfahrenen Menschen etwas bieten. Orte, wo sich Kinder und junge Erwachsene aufhalten können. Das Beleben der Aare. Bedürfnisse befrieden, die vielen dienen.

Manche Menschen fühlen sich in Aarau nachts auf der Strasse nicht sicher. Sehen Sie Handlungsbedarf?

In Aarau kann und darf man sich sicher fühlen. Natürlich ist auch Achtsamkeit geboten. Wenn keine Züge mehr fahren und der Bahnhof weniger frequentiert ist, bewege ich mich eher zügig nach Hause. Auch bringe ich Minderjährige auf den Bus oder Zug und stelle sicher, dass sie an ihrem Bestimmungsort abgeholt werden. Ich denke daher, dass es vor allem zu später Stunde Security-Personal geben sollte, die an den neuralgischen Punkten Präsenz zeigen. Eine gute Beleuchtung und aufmerksame, hilfsbereite Bürger helfen immer auch, wenn es um die Sicherheit von allen geht.

Welches Verkehrsproblem muss man dringend lösen und was schlagen Sie als Lösung vor?

Ich fahre nur mässig Auto. Was mir aber aufgefallen ist, ist die Zunahme von Fussgängerstreifen unmittelbar nach dem Kreisverkehr. Da ist vor allem im Abendverkehr Vorsicht geboten und aufeinander Acht geben, wenn viele Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Oder an der Herzogstrasse, wo schon seit geraumer Zeit ein Lichtsignal vor dem Einbiegen in die Hintere Bahnhofstrasse angebracht wurde (kurz vor dem gut frequentierten Gaiskreisel). Nun rollt der Verkehr nicht mehr gleich gut. Ich bin sicher, dass es für die Anwohner nicht immer leicht ist, wenn sich der Verkehr vor ihren Wohnzimmern staut.

Welche Infrastruktur bräuchte Aarau unbedingt?

Ich freue mich auf das geplante Hallenbad in der Telli. Mir ist es so was von wichtig, dass Aarau die Vielfalt von Sportaktivitäten und Läden behalten kann. In einer Zeit, wo viel online eingekauft wird. Wer kurzfristig denkt, bei Grössen wie Amazon einzukaufen, sei kein Problem, der verkennt die Situation. Nicht nur ist es logistisch und daher umwelttechnisch fragwürdig. Es killt die Kleinen und beraubt uns der Möglichkeit, schöne Produkte in der Hand zu halten, auszuprobieren und ins Gestell zurückstellen zu können. Individuelle Vielfalt hat ihren Preis. Da spielen wir als Gesellschaft eine zentrale Rolle.

Wer ist Ihre Aarauer Heldin oder Ihr Aarauer Held?

Ich habe Persönlichkeiten wie Heinrich Zschokke nie gekannt und daher gefallen mir die Menschen, die die Stadt seit meiner Kindheit prägen. Die Familie Schweizer von der Bäckerei Schweizer und all die Gastronomen, Lokal- und Lädelibesitzer unserer Stadt sind meine Helden. Sie bewirten und verpflegen uns, bieten schöne und qualitativ hochstehende Produkte und Dienstleistungen an und bieten die Möglichkeit, uns Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gästen in den schönen Gassen mit ihren malerischen Giebeln zu treffen.

Was kann Aarau im Bereich Kinder und Familie besser machen?

Kitas sind sehr teuer. Nicht jeder hat die Möglichkeit, auf Familienmitglieder oder eine gute Freundin zurückzugreifen oder eine Kinderbetreuungsperson zu engagieren. Für eine Nanny bezahlt man zwischen 4000 bis 4500 Franken im Monat, es werden auch tiefere wie höhere Löhne bezahlt. In einer nicht subventionierten Kita bezahlt man 160 Franken am Tag. Das wären dann auf 100 Prozent um die 3200 Franken nur für die Kinderbetreuung im Monat. Es dürfte für niemanden mehr als 2000 Franken im Monat kosten, eher weniger, wenn man an die Situation einer alleinerziehenden Person mit zwei Kindern nachdenkt.

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