Der Einwohnerrat Aarau hat an seiner Sitzung am Montag zwei Stabilisierungspakete verabschiedet, die den Finanzhaushalt bis 2018 wieder ins Gleichgewicht bringen sollen. Die Geschäftsprüfungskommission wollte den kurzfristigen Massnahmenplan «Stabilo 1» mit einer Steuerfusserhöhung verknüpfen, was Marc Dübendorf per Präsidialentscheid aber abblockte. Die Frage aber, wie ein Ausgleich zwischen Nettoinvestitionen und Eigenfinanzierung am besten erreicht werden soll, nicht auch mit einer Steuerfusserhöhung erreicht werden müsste, blitzte in den Voten immer wieder auf.

Der Stadtrat hatte einen Massnahmenkatalog vorlegt, der ab 2013 mit jährlich 2 Millionen Franken einschenken würde. Der Einwohnerrat akzeptierte Massnahmen in der Höhe von rund 1,6 Millionen Franken. Umstritten und von der linken Ratshälfte bekämpft waren Sparmassnahmen im Bereich von Schule, Jugend und Kultur.

Textiles Werken bleibt erhalten

Nicht gestrichen wurde der Unterricht für textiles Werken, nicht gekürzt wurden die freiwilligen Beiträge und Subventionen an soziale Institutionen, nicht verzichtet wird auf den Ersatz von Kandelabern, da schliesslich, so die Argumentation der Ratslinken, nicht nur Geld, sondern auch Energie gespart werden soll.

Reduziert werden die Teamteachinglektionen, das bedeutet, dass in den ersten Klassen die Blockzeiten eingeschränkt werden. Die Elternbeiträge an die Musikschule werden angehoben, allerdings nicht in der vom Stadtrat geforderten Höhe von 40m Prozent, sondern nur um rund 14 Prozent.

Die Aargauer Zeitung soll, so die mehrheitliche Meinung des Einwohnerrats, amtliches Publikationsorgan der Stadt bleiben. Allerdings wird der entsprechende Artikel in der Gemeindeordnung, der die Stadt dazu verpflichtet, gestrichen.