Wenn im September auch noch der Souverän den happigen Zusatzkredit von 3,2 Mio. Franken genehmigt, können die Bauarbeiten knapp vor Ablauf der Baubewilligung, allerspätestens Ende Januar 2015, beginnen. Das Projekt Keba wäre gerettet.

Der Einwohnerrat hat einen Strich unter die teure Rechnung gemacht und die 3,2 Millionen mit 37 Ja gegen 2 Nein bei 7 Enthaltungen deutlich bewilligt. Der Rückweisungsantrag der Fraktion von Pro Aarau, EVP/EW und Grünliberalen wurde mit 31 gegen 14 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt.

Neues Bauprojekt zu risikoreich

Stadtrat Hanspeter Hilfiker hatte vor der Abstimmung die Konsequenzen einer Ablehnung vor Augen geführt: «Das Projekt, das im Mai 2011 vier Fünftel der Stimmberechtigten bewilligt haben, könnte nicht realisiert werden. Ein neues Bauprojekt müsste erarbeitet und durch ein neuerliches Bewilligungsverfahren mit den unvermeidlichen Beschwerden geschickt werden. Eine Verzögerung von vielen Jahren wäre die Folge.»

«Der Skandal ist nicht das Projekt», sagte Jürg Schmid namens der SVP-Fraktion, «der Skandal ist die Art, wie der Sanierungsbedarf der Keba untersucht worden ist.» Deshalb unterstützte auch die SVP den Kredit. Die SVP zeigte sich überzeugt, dass das Projekt jetzt in guten Händen ist. «Die Benutzer, die Eiskunstläufer, Schüler und Sportler, sollen für die schlampige Arbeit nicht büssen», sagte Schmid. Auch die CVP-Fraktion unterstützte den stadträtlichen Antrag einstimmig.

Peter Roschi (CVP) las die Botschaft wie das Drehbuch zur Sendung ‹Pleiten, Pech und Pannen›: «Auf 20 Seiten wird uns erklärt, was alles schiefgelaufen ist.» Dennoch sprach auch er sich für die Vorlage aus. Auch die SP-Fraktion bekannte sich zur Keba, allerdings mit grossen Vorbehalten. «Wieso kann man ein solch grosses Projekt nicht in den Griff bekommen?», fragte Lelia Hunziker (SP), um festzustellen: «Uns ist das Vertrauen abhandengekommen.»

Als er den Rückweisungsantrag seiner Fraktion begründete, fragte Alexander Umbricht (GLP), ob ernsthaft auch Standortvarianten geprüft worden seien. Und er verlangte, dass das Stimmvolk Gelegenheit bekommen sollte, nicht nur über den Zusatzkredit von 3,2 Mio., sondern über den gesamten Bruttokredit von 20,2 Mio. Franken abzustimmen.

Transparente Abstimmung

Stadtrat Hilfiker versprach, dass dem Souverän eine transparente Vorlage unterbreitet werde. Es sollen keine Zweifel bestehen bleiben, wie viel die Keba wirklich koste.

Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) hatte sich nur mit Stichentscheid ihres Präsidenten, Markus Hutmacher, zu einem Entscheid durchringen können. Und dieser war zuungunsten des stadträtlichen Antrags ausgefallen. Die eine Hälfte gewichtete den klaren Volksentscheid vom Mai 2011 so stark, dass sie das Projekt umgesetzt haben wollte. Die andere Hälfte, von Hutmacher unterstützt, hatte zu grosse Zweifel. «Jetzt ist der letzte Zeitpunkt gekommen, um die verpasste Planung nachzuholen», sagte der FGPK-Präsident.

Doch davon wollte die Mehrheit des Einwohnerrates nichts wissen – wohl in der Überzeugung, dass das Projekt, so Martina Suter (FDP), «auf eine solide Basis gestellt» worden ist und ein Neustart ungleich viel teurer käme.