Einwohnerräte
Aufgalopp zu den nächsten Wahlen in Aarau, Lenzburg und Buchs

In Aarau, Lenzburg und Buchs bewerben sich 373 Personen um die total 130 Einwohnerratssitze. Es gibt grosse Unterschiede bezüglich der Auswahl, die den Stimmberechtigten geboten wird. Prekär ist die Situation in Buchs.

Urs Helbling, Nadja Rohner
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Lenzburger Einwohnerrat: lockerere Sitzordnung wegen des Coronavirus.

Lenzburger Einwohnerrat: lockerere Sitzordnung wegen des Coronavirus.

Fritz Thut / LBA

In acht Wochen, am 28. November, werden in Aarau, Lenzburg und Buchs die Einwohnerräte gewählt. Die Listen mit den Kandidierenden sind eingereicht. Das Interesse an den Parlamentssitzen ist unterschiedlich. In Aarau bewerben sich 184 Frauen und Männer um die 50 Sitze. In Lenzburg und Buchs 117 respektive 72 Personen um die je 40 Mandate. Von den grossen Parteien hatte die SVP am meisten Mühe, Nachwuchs zu rekrutieren. In Buchs stellte sie nur einen Kandidaten mehr auf, als sie aktuell Sitze hat. In Lenzburg immerhin 3 mehr (12 Anwärter bei aktuell 9 Sitzen). In Aarau hat sie 18 Kandidierende bei 10 Sitzen. In einer viel komfortableren Situation sind da die Freisinnigen und die Sozialdemokraten. Die FDP hat in Aarau und Lenzburg je 30 Anwärter im Rennen. Die SP in Aarau 44 und in Lenzburg 20. Beeindrucken ist die Liste der Grünen in Aarau: Sie treten mit 37 Personen an. Es fehlt der bisherige Erste Ersatz, der sich in der Stadiondiskussion als Vorzeige-Einsprecher einen Namen gemacht hatte. Er ist aus der Partei ausgetreten.

Zwei ehemalige Grossratsmitglieder versuchen Comeback

Gross sind die Unterschiede auch bei Die Mitte (ex CVP). «Wir haben in Lenzburg 19 Leute auf unserer Liste – 2017 waren wir deren 10», schreibt Wahlkampfleiterin Christina Bachmann-Roth. Darunter zwei Junge mit Jahrgängen 2000 und 2002. In Lenzburg haben auch die Grünen eine 19-Jährige auf der Liste. Der Älteste Kandidat dürfte, soweit die Übersicht schon vorhanden ist, auch aus Lenzburg kommen: Dort tritt der Freisinnige Francis Kuhlen (76) wieder zur Wahl an. Zwei ehemalige Grossräte versuchen ein Comeback in der kommunalen Politik. In Lenzburg hat die im letzten Herbst nicht mehr wiedergewählte Cécile Kohler auf der Liste der Mitte den ersten Platz hinter den Bisherigen. Bei den Aarauer Freisinnigen startet der ehemalige BDP-Grossrat Marcel Bruggisser von einem aussichtsreichen Platz. Von den nicht mehr Antretenden sind vier am letzten ­Wochenende befördert worden: Durch die Wahl in den Stadtrat oder in den Gemeinderat. In Lenzburg Sven Ammann (FDP) und Beatrice Taubert (SP) – damit verliert das Parlament auch die Vizepräsidentin (die Amtszeit des Präsidenten Ammann wäre eh zu Ende gegangen). In Buchs Joel Blunier (EVP) und Reto Fischer (parteilos).

In Buchs fehlen zwei Listen

In Buchs wurden sechs Listen mit insgesamt 28 Kandidatinnen und 44 Kandidaten eingereicht. Es fehlen dieses Mal die Listen der Grünen und vom in den Gemeinderat gewählten Reto Fischer. Man darf gespannt sein, wer seinen Sitz holt. Seine Listenpartnerin kandidiert neu für die GLP. Der Einwohnerrat verliert sein amtsältestes Mitglied: Hansruedi Gurtner (FDP), der seit 1998 dabei ist, hört auf. Bei der SVP fehlt Robert Arthofer, der als erfahrenstes Fraktionsmitglied nach 18 Jahren geht. Bei den Grünen fehlt der stets pointiert debattierende Werner Schenker, bei der SP unter anderem Fraktionspräsidentin Tatjana Lambrinoudakis.

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