Biberstein
Einsturzgefahr: Fällt Schnee, muss die Turnhalle geschlossen werden

Bei einer Kontrolle für die bevorstehende Sanierung wurde eine erschreckende Entdeckung gemacht. Die Dachkonstruktion der Turnhalle in Biberstein ist so schwach, dass kein Risiko eingegangen werden darf.

Hubert Keller
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Das Turnhallendach im Vordergrund trägt keine zusätzliche Last mehr. Bei Schneefall wird die Halle geschlossen.

Das Turnhallendach im Vordergrund trägt keine zusätzliche Last mehr. Bei Schneefall wird die Halle geschlossen.

Sollen sich nun die Schulkinder von Biberstein freuen, wenn sie auf dem Schulhausplatz eine Schneeballschlacht liefern können? Oder sollen sie traurig sein, weil beim geringsten Flaum, der auf das Turnhallendach rieselt, der Turnunterricht ausfällt? Neuste Untersuchungen, die für die geplante Sanierung der Turnhalle gemacht wurden, haben gezeigt, dass die Dachkonstruktion keine zusätzliche Belastung aushält.

Der Gemeinderat betont, dass keine Einsturzgefahr bestehe. «Nachdem aber bei frischem Neuschnee nicht genau beurteilt werden kann, wie die Zusatzlast wirkt, empfehlen die Ingenieure, die Turnhalle dann zu sperren», lässt der Gemeinderat verlauten.

Ursprünglich wollte man mit der Innensanierung der Turnhalle Energie sparen. Doch weil die Isolation der Gebäudehülle zur Folge gehabt hätte, dass Schee auf dem Dach weniger schnell wegschmilzt, war die Tragfähigkeit in Frage gestellt. Dies hatte ein Holzbauingenieur herausgefunden. Sein Befund: Die Konstruktion entspricht nicht mehr den neusten SIA-Normen. Wenn eine grössere Menge Neuschnee auf dem Flachdach zu liegen kommt, wird es problematisch. Doch eine Einsturzgefahr schloss man bis vor anhin aus.

Die Planung wurde neu aufgerollt und statt der Innensanierung eine Komplettsanierung samt Ersatz des Turnhallendaches ins Auge gefasst. Zum bereits bewilligten Baukredit von 1,5 Millionen Franken genehmigte die Gemeindeversammlung Ende November 2014 einen Zusatzkredit von 1,9 Millionen sowie weitere 600 000 Franken für zusätzliche Geräteräume.

An diesen Plänen ändert die Neubeurteilung der Statik nichts. Nach dem Jugendfest im Juni 2015 wird mit den Arbeiten begonnen. Innert fünf Monaten sollen sie abgeschlossen sein.