Die Absicht war gut: Mit der Sanierung der Gebäudehülle der Bibersteiner Turnhalle wollte man Energie sparen. Doch weil dies zur Folge hat, dass auf dem isolierten Dach der Schnee weniger schnell wegschmilzt, genügt die Tragfähigkeit des Dachs nicht mehr. Dies hat der Holzbauingenieur herausgefunden, den die Planer mit der Untersuchung der Dachkonstruktion beauftragt hatten. Die Turnhalle stammt aus dem Jahr 1964. Und seither sind halt auch die Vorschriften verschärft worden.

Gemeindeammann Peter Frei, als Architekt selber vom Fach, betont aber: «Es besteht keine Einsturzgefahr, es hat auch nie eine bestanden.» Nur weil die SIA-Normen, die laufend neuen Erkenntnissen angepasst würden, nicht erfüllt sind, heisse das nicht, dass das Dach einbreche. Mit Normen geht man auf Nummer «Sicher»; das Dach muss Schneemassen in der Höhe von 80 Zentimetern aushalten. Auch wenn einmal so viel Schnee liege, bedeute das noch nicht, dass ein Risiko bestehe, so Frei. Doch Vorschriften seien da, damit sie erfüllt werden.

Der Gemeinderat hat deshalb entschieden, die geplante Turnhallensanierung auszusetzen und eine komplette Innensanierung samt Ersatz des Turnhallendaches zu planen. Konkret heisst das: In diesem Jahr werden an der Turnhalle keine Arbeiten ausgeführt.

Für die energetische Sanierung der Turnhalle (Aussenisolation, Fenster, Heizung, Lüftung) hat die Gemeindeversammlung im Februar dieses Jahres 1,5 Millionen Franken bewilligt. Das Dach zu ersetzen würde rund 200 000 Franken kosten, schätzt Gemeindeammann Frei. Doch der Bau eines neuen Daches ist ein massiverer Eingriff, als er mit der blossen Isolation vorgesehen war. Deshalb soll nun die komplette Sanierung der Halle inklusive Garderoben und allenfalls Akustikdecke projektiert werden. Die Innensanierung wäre, wie Peter Frei meint, in wenigen Jahren so oder so fällig geworden.

Keine halben Sachen

«Wir hätten auch nur die Dachkonstruktion verstärken können», sagt Frei, «doch in diesem Fall ist es gescheiter, wir machen keine halben Sachen und überlegen uns die Sanierung von Grund auf neu.» Graubereiche wolle er vermeiden. Die Sanierung soll sauber gerechnet und dem Souverän unterbreitet werden. An der Wintergmeind Ende November 2014 soll ein Nachtragskredit für eine Komplettsanierung beantragt werden.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass nach dem Jugendfest im Juni 2015 mit den Arbeiten begonnen und im August darauf die Sanierung bereits abgeschlossen wird.

Auch die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses hat eine Planung mit Unterbrüchen hinter sich, kommt jetzt aber gut voran, wie Gemeindeschreiber Stephan Kopp bestätigt: «Wir liegen im Zeitplan.» Wie vorgesehen, wird nach den Herbstferien im neuen Schulhaus unterrichtet.

Schulhaus in zwei Anläufen

Mangel an Schulraum hat Biberstein nicht erst mit der Umstellung auf sechs Jahre Primarschule bekommen. Immer wieder musste in den vergangenen Jahren mit Provisorien überbrückt werden.

Mit der Schulraumplanung setzte man sich bereits im Jahr 2008 intensiv auseinander. 2010 wurde in einem Architekturwettbewerb das Projekt der Oeschger Architekten AG, Hausen, zur Weiterbearbeitung ausgewählt. Insbesondere die hohen Kosten zwangen aber Projektverfasser und Begleitkommission dazu, das Projekt zu überarbeiten, abzuspecken und zu optimieren.

Im Mai 2011 beschloss der Gemeinderat sogar einen Marschhalt. Zu viele Fragen schienen ihm nicht oder nur unzulänglich beantwortet, wie er damals einräumte. Das Projekt wurde von Grund auf überarbeitet und zu einem Projekt geformt, für das die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Februar 2014 8,3 Millionen Franken beschlossen, zusammen mit dem Turnhallen-Krdedit. Gleichzeitig mit dem Um- und Neubau werden die Gebäude auch gegen Hochwasser geschützt. Diese Massnahmen kosten insgesamt 775 000 Franken.