Aarau

Eingangskontrollen: Haben FCZ-Fans heute Abend zu leichtes Spiel mit Pyros?

FCZ-Fans zünden in der Saison 2013/2014 mehrere Petarden in einem Super-League-Spiel auf dem Brügglifeld.

FCZ-Fans zünden in der Saison 2013/2014 mehrere Petarden in einem Super-League-Spiel auf dem Brügglifeld.

Heute Abend empfängt der FC Aarau den FC Zürich. Die Einlasskontrollen werden im Brügglifeld nach den Pyro-Vorfällen im Cup nicht verschärft – Grund ist ein neues Konzept der Schweizer Fussball-Liga. Weitere Herausforderung: Der Fanzug kommt genau in der Stosszeit in Aarau an.

Es ist vermutlich für einige Zeit das letzte Mal, dass der FC Zürich in Aarau gastiert. Die Zürcher befinden sich auf dem aufsteigenden Ast und werden in der nächsten Saison wahrscheinlich wieder in der höchsten Fussballliga der Schweiz spielen. Für den FC Aarau ist das Heimspiel heute Montagabend um 19.45 Uhr gegen den Tabellenersten der Challenge League nicht nur sportlich eine grosse Herausforderung, sondern auch organisatorisch.

In der Vergangenheit kam es bei dieser Affiche immer wieder zu wüsten Auseinandersetzungen zwischen den Fans und der Polizei. Beim FCA freut man sich trotzdem auf die Gäste aus Zürich. Robert Kamer, Geschäftsführer der Aarauer sagt: «Das Spiel wird wieder ein Highlight. Wir hoffen auf gutes Wetter, weil wir zuletzt oft Pech hatten.»

Kamer spricht unter anderem das Cup-Viertelfinalspiel im Brügglifeld vor knapp zwei Wochen an. Damals sorgten aber nicht nur das Wetter und die Aarauer Niederlage für schlechte Laune, sondern auch das Pyro-Feuerwerk der Luzerner -Fans. Sie zündeten rund 200 Petarden, was zu mehreren Spielunterbrüchen führte. Der Verein machte das neue Sicherheitskonzept der Schweizer Fussball-Liga (SFL) für das Schlamassel verantwortlich. Dieses legt den Fussballclubs nahe, auf flächendeckende Eingangskontrollen zu verzichten und appelliert an die Eigenverantwortung der Fans.

Keine Vorverurteilung

Man werde sich auch heute an dieses Konzept halten und nur Stichproben durchführen, sagt Kamer. Nimmt die Liga bewusst in Kauf, dass Pyros ins Stadion geschmuggelt werden können? SFL-Mediensprecher Philippe Guggisberg verteidigt das Sicherheitskonzept: ««Wir haben festgestellt, dass es im Eingangsbereich zum Gastsektor aus verschiedenen Gründen immer wieder zu Auseinandersetzungen kam. Deshalb wird im neuen Konzept auf behelmte Ordnungsdienste und flächendeckende Eingangskontrollen verzichtet – Stichproben auf Verdacht hin sind allerdings weiterhin vorgesehen.»

Mit dem schnelleren Eingangsverfahren wolle man deeskalierend wirken und die Gäste wie Gäste empfangen, führt Guggisberg weiter aus. Gleichzeitig ist die konsequente Täterverfolgung mittels hochstehender Videoüberwachung ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Weil das Brügglifeld aber nicht über die benötigte Infrastruktur für eine ausreichende Videoüberwachung verfügt, wird die Verfolgung erschwert.

In früheren Begegnungen wurden noch ganz andere Geschütze aufgefahren. Unvergessen bleibt eine Partie im Frühjahr 2015, als der Gästesektor gesperrt und die angereisten FCZ-Anhänger von der Polizei eingekesselt wurden.

FCZ-Fans reisen trotz Polizeiaufgebot nach Aarau

FCZ-Fans reisen trotz Polizeiaufgebot nach Aarau

Der Gästesektor im Stadion Brügglifeld war gesperrt, die Polizei stationiert. Trotz all dem reisen viele Fans des FC Zürich nach Aarau und überraschten die Leute. Die Aargauer Polizei griff jedoch strikte durch.

Damals sei die Ausgangslage aber eine andere gewesen, sagt FCA-Geschäftsführer Kamer. Er erinnert sich lieber an das ausverkaufte Duell im vergangenen Herbst, als die beiden Fanlager für gute Stimmung sorgten und der Anlass ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne ging.

Extrazug kommt in Stosszeit an

Die Kantonspolizei Aargau wird heute Abend mit einem erhöhten Sicherheitsdispositiv vor Ort sein, welches etwa jenem eines Super-League–Matchs entspricht. Wie üblich werden dazu keine detaillierten Angaben gemacht. Der Extrazug aus Zürich wird ausgerechnet im Feierabendverkehr um zirka 18.15 Uhr in Aarau erwartet. Die Kantonspolizei wird die FCZ-Fans dann zum Brügglifeld begleiten, sagt Kapo-Mediensprecher Bernhard Graser.

Im Vorverkauf wurden bisher rund 3600 Tickets abgesetzt. Das Kontingent für den Gästesektor wurde an die Fanorganisation des FC Zürich übergeben, sagt Kamer. Er rechnet mit 5000 Zuschauern. Wer das Spiel nicht verpassen will und noch kein Billett hat, erhält dieses auf der FCA-Geschäftsstelle oder an der Abendkasse, die heute ausnahmsweise 90 Minuten vor dem Anpfiff öffnet.

Autor

Nicola Imfeld

Nicola  Imfeld

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