Aarauer Stadtpräsident
Einer dieser drei Kandidaten erhält den 230'000-Franken-Job

Die SP will mit einem Mann den Sitz von Jolanda Urech verteidigen. Bereits nominiert ist Angelica Cavegn Leitner. Eine Formsache dürfte die Nomination von Hanspeter Hilfiker sein.

Urs Helbling
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Von links nach rechts: Daniel Siegenthaler, Angelica Cavegn Leitner und Hanspeter Hilfiker.

Von links nach rechts: Daniel Siegenthaler, Angelica Cavegn Leitner und Hanspeter Hilfiker.

zvg

Überraschend liess der Vorstand der SP Aarau gestern Abend die Katze aus dem Sack: Er will mit dem Kantilehrer Daniel Siegenthaler ins Rennen um das Stadtpräsidium steigen. Also den Sitz von Jolanda Urech (63, SP) verteidigen. Damit steht nun praktisch fest, wer im Herbst um den mit einem Jahreslohn von 227 300 Franken dotierten Job kämpfen wird: Bereits nominiert ist Angelica Cavegn Leitner (57, Pro Aarau). Eine Formsache dürfte die Nomination der von ihren Parteivorständen vorgeschlagenen Hanspeter Hilfiker (51, FDP) und Daniel Siegenthaler (54, SP) sein. Weitere ernstzunehmende Kandidaten sind eher nicht zu erwarten, auch wenn die SVP sich vorbehalten hat, allenfalls noch auf das Wahlkarussell aufzusteigen.

Warum nicht die Frau?

Warum treten die Sozialdemokraten mit einem Neuen und nicht mit ihrer bisherigen Stadträtin Franziska Graf-Bruppacher (43) an? Auch sie hatte Ambitionen auf das Stadtpräsidium. «Nach Abwägung verschiedener Kriterien wie Leistungsausweis, Bekanntheitsgrad, Akzeptanz bei anderen Parteien, Führungserfahrung sind wir zum Schluss gekommen, dass Daniel Siegenthaler die besten Chancen hat, als Stadtpräsident gewählt zu werden» erklärt Parteipräsidentin Gabriela Suter (44).

Ähnlich argumentiert die nicht berücksichtigte Franziska Graf-Bruppacher: «Ich habe mich zurückgezogen, weil ich glaube, dass Daniel Siegenthaler mehr Wahlchancen hat.» Die jetzt vorgeschlagene Lösung stimme für sie.

In ihrer Medienmitteilung betont die SP Aarau, dass sich schweizweit der Trend feststellen lasse, dass Stadtpräsidenten direkt ins Präsidium gewählt würden, ohne vorher der Exekutive angehört zu haben. Dies sei auch in Aarau schon oft der Fall gewesen. Zuletzt bei Marcel Guignard und Markus Meyer.

Daniel Siegenthaler ist seit 2013 Mitglied des Einwohnerrates. Er präsidiert die FGPK. Siegenthaler wohnt seit 20 Jahren in Aarau. Er sei durch sein Engagement in verschiedenen Vereinen «sehr gut vernetzt», so die SP Aarau.