Suhr/Rohr

Eine Poststelle geht wieder auf, eine andere schliesst

Während in Suhr die Renovierung der Poststelle gefeiert wurde, gab die Post die Schliessung der Filliale in Aarau Rohr bekannt.

Jetzt verliert Rohr auch noch die Post. Zwei Jahre nachdem die Post publik machte, dass sie die mögliche Schliessung von 32 Filialen im Aargau überprüfe, gab sie gestern Montag nun ihren Entscheid bezüglich derjenigen in Aarau Rohr bekannt: Die Poststelle wird geschlossen und ab dem 20. Januar 2020 durch eine «Postfiliale mit Partner» ersetzt.

Im Geschäft für Haustierbedarf «Ricci» wird eine Posttheke zur Verfügung stehen, an der die Kundschaft offenbar weiterhin die gängigsten Aufgaben wird erledigen können wie Briefe oder Pakete aufgeben und entgegennehmen, Einzahlungen tätigen oder Bargeld beziehen.

Das Geschäft liegt an der Hauptstrasse 40 neben dem Restaurant Café Rohrspatz. Die bisherige Poststelle nahe beim Primarschulhaus bleibt bis zur Eröffnung des neuen Angebots in Betrieb.

Den Entscheid begründet die Post damit, dass Briefe weitgehend durch E-Mails ersetzt wurden und auch Einzahlungen vermehrt online oder am Postomaten getätigt werden. In der Rohrer Filiale sei schon länger ein Nachfragerückgang spürbar gewesen.

2017 hatte die SP Aarau noch für die Poststelle gekämpft. 30 Menschen protestierten damals vor der Filiale in Aarau Rohr, Grossrätin Gabriela Suter (SP) übergab der damaligen Stadtpräsidentin Jolanda Urech die Petition «Unsere Post muss bleiben» mit 3500 Unterschriften.

Die Poststelle, sagte Gabriela Suter damals, sei wichtig fürs Rohrer Gewerbe, das am Abend jeweils das Bargeld auf der Post einzahle. Der Stadtrat führte darauf eine Umfrage durch unter den 210 Unternehmen in Aarau Rohr.

90 Prozent sprachen sich für den Erhalt der Poststelle aus, die Hälfte der befragten Unternehmen aber sagte, mit einem Modell «Postfiliale mit Partner» könnten sie leben.

40 Millionen Franken fürs Renovieren von Filialen

Während in Rohr trübe Stimmung herrscht, feiert man in Suhr derweil den neuen Anstrich der dortigen Post: Ein strahlender Filialleiter Tobias Jeger führte gestern durchs frisch renovierte Lokal.

Dieses kommt nun schlichter und luftiger daher, scheint nicht mehr eine Art Kiosk für alles zu sein, sondern setzt den Fokus wieder aufs Kerngeschäft. Die ehemals grellen Farben wichen sanften, ruhigen Tönen. Statt metallener Ablagen sieht man nun vor allem viel Holz.

Diese moderne Aufmachung will die Post nun in rund 300 ihrer landesweit über 1000 Filialen umsetzen. Dafür investiert sie 40 Millionen Franken. Im Kanton Aargau ist Suhr die vierte Poststelle nach Lenzburg, Döttingen und Bremgarten, die sich im neuen Design präsentiert.

Schon bei der Neueröffnung vor erst zwei Jahren habe man das neue Design umsetzen wollen, sagte Tobias Jeger. Dafür hätte die Zeit aber nicht mehr gereicht. «Wir haben die Filiale deshalb so bauen lassen, dass eine spätere Umstellung auf das neue Konzept mit geringem Aufwand möglich wäre», sagte er.

In der Tat dauerte der Umbau nur drei Wochen, das meiste geschah während laufenden Betriebs. Die Post habe nie schliessen müssen.

Nebst neuem Anstrich bietet die Filiale neu einen Paketautomaten, damit Online-Shopper ihre vorfrankierten Päckchen selber aufgeben können. In den nächsten Tagen wird zudem eine Kinderecke mit einem kleinen Postschalter zum Spielen aufgestellt.

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